Hier geht es um Staffel 12 der weltbekannten Serie. Folgende Rezensionen der Vorgänger könnt ihr auf academicworld.net nachlesen: Staffel 1 und Staffel 2, es folgt ein zeitlicher Sprung zu Staffel 8, Staffel 9, Staffel 10 und Staffel 11.
Nach wie vor ist der/die Doc mit seinen/ihren drei Compagnons unterwegs: Graham, Yazmin und Ryan. Die dire bleiben fest integriert in ihren Alltag auf der Erde ihrer Zeitlinie, aber lassen sich auf gar keinen Fall von gelegentlichen Reisen mit dem Doctor abhalten. Zusammen begegnen sie auf ihren Reisen durch Raum und Zeit nicht nur gefährlichen Monstern, sondern auch historischen Figuren wie Nikola Tesla und Frankenstein-Erfinderin Mary Shelley – oder sogar Ada Lovelace!
Im hochexplosiven Staffelauftakt bittet der Chef des britischen Geheimdienstes MI6 – direkt vor seinem Ableben – den Doktor um Hilfe, als rund um den Globus die Agenten verschiedenster Secret Services getötet werden. In späteren Folgen reist das Team ins New York von 1900, auf den Planeten Waise 55 sowie die Villa Diadoti im Jahr 1816.

Mehr ernste Themen bei Doctor Who, Staffel 12
Es geht deutlich ernsthafter zur Sache und das ist mit gemischten Gefühlen zu sehen: Themen der Zeit aufzugreifen, in denen die Menschheit aus eigenem Verschulden richtig schlecht wegkommt, ist richtig und wichtig. Warum sollte man diese wichtige Plattform, die immerhin einen Blick in die Zukunft wirft, nicht nutzen, um für Umweltentwicklungen & Co zu sensibilisieren.
Der zweite Ernsthaftigkeits-Eindruck entsteht aber durch die zunehmende Militarisierung der Geschichten. Natürlich betont der Doc, dass Gewalt abzulehnen ist und stellt nach wie vor die „richtigen“ Fragen, um Konflikte zu lösen. Jedoch geht es verstärkt um Spione, Überfälle und weniger inter-Spezies Erlebnisse ohne Gewalt. Der seit Jahrzehnten liebenswürdige Chaos-Kopf mit dem riesigen Herz für alles Lebende und Liebende geht da leider etwas unter.

Echte Diversity bei Doctor Who? Jepp.
In Sachen Diversity wird der Show gerne vorgeworfen, dass die Macher in Standard-Fettnäpfchen fallen, frei nach dem Motto: Ist ja schön, dass der Doc weiblich erscheint und nicht nur einheitlich kaukasische Begleiter hat. Aber warum muss gerade Ryan sich in genau die eine andere BiPoC verlieben? Warum war der Doc bisher übrigens nie ein Repräsentant der BiPoC? In dieser Staffel wird (nach den ersten 2 bis 3 Folgen) nicht nur damit gebrochen, sondern insofern auch mit althergebrachten Zuschauern, die Tradition mit Rassismus verwechseln. Es wird cool und der Regenbogen auf dem Shirt des Docs macht endlich Sinn!
Schade ist nur, dass im Zuge der Militarisierung oder andersherum ständig irgendwer die Erde überfallen will. In den ersten 6 Folgen geht es kaum um was anderes, so dass die echte Vielfalt der Wesen im Universum schon etwas eingeschränkt wird.
Logiklöcher bei Doctor Who, Staffel 12? Safe.

Optionen auf Verbesserung gibt es also: Immerhin die Technik funktioniert, denn endlich sind die Möglichkeiten gut genug für eine so kunterbunte SciFi-Serie, die in allen Farben und Formen schillern kann. Wenn dann noch der reine Spaß am Leben zurück kommt und es nicht um möglichst viele Überfälle geht und man sich nicht mehr nur noch auf der Erde aufhält, wird die nächste Staffel sicher wieder voll der Renner.
DOCTOR WHO, Staffel 12
11 Episoden
Ab dem 9. Oktober 2020 im Vertrieb der polyband GmbH erhältlich.
Alle Bilder copyright BBC Studios.
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