Ein Doctor für alle Zeiten

Es geht weiter mit Staffel 11! (Spoiler-Alert …)

Nach dem letzten Tod des Doctors taucht unvermittelt eine Blondine in einem Zug bei Sheffield auf, zufälligerweise zum gleichen Zeitpunkt wie zwei Alien, von denen eines besagten Zug in einen Schrotthaufen verwandelt. Sie wirkt verwirrt, aber hochintelligent, will sofort helfen und ist zeitgleich auf der Suche nach dem Doctor. Natürlich erholt sich ihr Bewusstsein nach der Transformation allmählich und sie wird sich ihrer eigenen Person bewusst. Gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass eine kriegerische Rasse die Erde als Spielball benutzen kann – und danach hören die Abenteuer noch lange nicht auf!

Auch auf “freundlichen” Planeten wie der Erde warten hässliche Erlebnisse auf den Doctor und seine Gang.

 

Unsere Einschätzung

Beginnen wir mit dem “Elefant” im Raum, der vielmehr eine elegante Gazelle ist: Die Besetzung der traditionell männlichen Hauptrolle mit einer Frau ist nicht nur überfällig, sondern absolut gelungen. Warum überfällig? Ganz einfach, weil die Figur des Doctors eine der Transformation ist. Jeder Doc ist ein vollkommen neues Geschöpf mit dem jeweils gleichen Bewusstsein – das dem neuen Geschöpf auch nur begrenzt zur Verfügung steht. Insofern stellt sich seit Langem die Frage, warum die Rolle jedes Mal wieder von einem Mann gespielt werden sollte.

Die Besetzung mit Jodie Wittaker ist extrem gut gelungen. Sie bringt das richtige Maß aus analytischem Genie, Planlosigkeit und die charmante Prise Verrücktheit perfekt und ausgewogen zur Geltung. Zeitgleich wird die weibliche Besetzung der Hauptrolle ganz einfach umgesetzt, ohne eine großartige Show darum zu veranstalten und sich dafür feiern zu lassen – es geht um die Person, absolute Quintessenz aller LGTQ+ Gespräche. Was natürlich auch in dieser Staffel niemals fehlen darf: Die Frage nach der richtigen Frage!

Diese Staffel beginnt mit überraschend vielen Problemen auf der Erde, zu der auch moralische Konflikte und brutale Kapitel der Menschheitsgeschichte zählen. Dann aber hebt die TARDIS endlich ab und bringt den Doc samt Begleitung endlich in alle Ecken und Zeiten des Universums! Insgesamt erweckt gerade diese Staffel dein Eindruck, dass das bunte und teils abstrakte Konzept der Serie jetzt endlich in der Zeit angekommen ist, für die sie eigentlich kreiert wurde – sowohl aus inhaltlicher als auch aus technischer Sicht. Herausgekommen ist eine absolut fantastische Staffel mit wahnsinnigem Suchtpotenzial, die streckenweise sehr philosophisch ist und den Zuschauer intellektuell herausfordert. Enorme Leistung!

Bettina Riedel (academicworld.net)

DOCTOR WHO, Staffel 11
10 Episoden
Ausführliches Booklet sowie Bonusmaterial

Seit dem 26. April im Vertrieb von polyband im Handel fürs Heimkino erhältlich.

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