5 Tipps für bessere Gehaltsgespräche

Einen Job zu haben ist super, aber wenn es um die passende Entlohnung geht, spalten sich meistens die Meinungen gehörig. Als Angestellter haben die meisten andere Vorstellungen vom angemessenen Gehalt als der Chef. Wie führt die Gehaltsverhandlung zum gewünschten Erfolg? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mehr Geld zu verlangen? Welche Aussagen sollten lieber vermieden werden? Und welche Tricks gibt es, um eine bessere Entlohnung auszuhandeln? Um die Antworten auf diese Fragen soll es im Folgenden gehen.

1.   Wann sollte verhandelt werden?

Anlässe für eine Gehaltserhöhung gibt es einige:

  • Beginn des Beschäftigungsverhältnisses
  • Übernahme neuer Aufgabenbereiche
  • Berufliche Erfolge und Beförderungen

Aber auch bei einem Wechsel des Arbeitgebers kann und sollte neu verhandelt werden. Jeder Arbeitgeber in Deutschland ist verpflichtet, seine Mitarbeiter ordnungsgemäß zu entlohnen und auch eine korrekte Lohnabrechnung mit allen Abzügen zu erstellen. Bevor der Schritt zu einem tatsächlichen Termin zur Verhandlung gemacht wird, muss ein Arbeitnehmer sich allerdings gut vorbereiten. Nur so kann das Wunsch-Gehalt auch erreicht werden.

2.   Argumente sammeln und vorbereiten

Ohne die passenden Gründe für eine Gehaltserhöhung geht gar nichts. Der beste Weg zu einer guten Verhandlungsbasis führt über eine detaillierte Liste von Argumenten. Alle Leistungen, die für eine höhere Entlohnung sprechen werden festgehalten:

  • Projektleitungen am besten von erfolgreichen Aufträgen
  • Aufzählung von Kunden, die gewonnen wurden
  • Erreichung von Unternehmenszielen und Mitwirkung daran
  • Absolvieren von bestimmten Weiterbildungsmaßnahmen

Nur mit ausreichend guten Argumenten sollte überhaupt eine Gehaltsverhandlung beantragt werden. Auch positive Feedback-Gespräche mit dem Abteilungsleiter können erwähnt werden – die zeigen auch an, wann eine solche Anfrage überhaupt sinnvoll ist. Wichtig: Es ist nicht relevant wie lange man schon in einem Unternehmen tätig ist! Ebenso negativ können sich Vergleiche mit anderen Kollegen oder das Argument, dass das Leben generell teurer wird, auswirken.

3.   Gutes Timing

Natürlich ist es eher kontraproduktiv mit einer Gehaltsverhandlung um die Ecke zu kommen, wenn das Unternehmen sich gerade in einer finanziellen Notlage befindet. Gut sind dagegen Phasen, in denen ein Projekt sehr erfolgreich abgeschlossen wurde. Auch neue Großaufträge oder eine positive Konjunktur sind gute Zeitpunkte. Neben den allgemeinen Punkten, die das Unternehmen betreffen kommt es aber auch noch auf die Laune des Vorgesetzten an. Immerhin muss man die Gehaltsverhandlung mit dem direkten Chef der Abteilung führen. Ist dieser zum Beispiel gerade selbst unter Druck, kann man nicht erwarten, dass die Verhandlung positiv ausfällt. Zum guten Timing gehört auch die 1 Jahres-Faustregel. Der übliche Zeitraum zwischen Gehaltsverhandlungen sollte in etwa ein Jahr betragen.

4.   Die passende Summe finden

Besonders dieser Punkt fällt den meisten Arbeitnehmern sehr schwer: Wie viel Prozent oder Euros mehr kann man bei Gehaltsverhandlungen fordern? Das hängt zum einen davon ab, aus welcher Situation heraus das Gespräch gesucht wird.

  • Änderung des Aufgabengebiets: Hier kann deutlich mehr verlangt werden. Experten raten eine Erhöhung von 10-15% des aktuellen Gehaltes. Um das dann auch unter dem Strich zu erhalten, lohnt es sich bei 20% Erhöhung zu starten. So kann dem Chef noch entgegengekommen werden, ohne auf den gewünschten Lohn zu verzichten.
  • Gleichbleibende Verhältnisse: Wenn es nicht um eine Beförderung oder neue Aufgabenbereiche geht, dann wird in der Regel zwischen 3% und 7% mehr Lohn gefordert. Auch hier gilt lieber etwas Spielraum lassen und bei 10% starten.

Am besten ist es, sich ein klar formuliertes Ziel zu Beginn der Verhandlung zu setzen. So können von vorneherein Spielräume eingeräumt werden. Die meisten positiven Gehaltsverhandlungen zeichnen sich dadurch aus, dass im Voraus klare Forderungen gestellt wurden.

5.   Alternativen zur klassischen Gehaltserhöhung

Es ist immer vernünftig, sich einen Plan B zurecht zu legen. Sollte der Vorgesetzte nicht zu überzeugen sein oder andere unvorhergesehene Gründe der gewünschten Gehaltserhöhung im Wege stehen, kann immer noch auf Alternativen gesetzt werden. Beliebte und dennoch gute Möglichkeiten sind sogenannte geldwerte Vorteile, die immer quittiert werden sollten:

  • Vom Arbeitgeber geförderte Weiterbildungen, die dem Unternehmen und Mitarbeiter entscheidende Vorteile bringen.
  • Fahrtkostenbeteiligungen, die vom Unternehmen getätigt werden.
  • Firmenwagen, die mit einem entsprechenden Fahrtenbuch oder über die 1%-Regelung auch privat genutzt werden.
  • Einmalige oder festgelegte Bonuszahlungen, die zum Grundgehalt hinzugerechnet werden können.

Fazit

Eine Gehaltsverhandlung sollte nicht aus dem Blauen heraus angefragt werden. Mit gezielter Selbstanalyse und den passenden Argumenten kann ein Vorgesetzter oftmals leichter überzeugt werden. Arbeitnehmer sollten den Kopf nicht in den Sand stecken und aktiv daran arbeiten, dass der Lohn und besonders eine Erhöhung dessen auch gerechtfertigt ist. So kann das Wunsch-Gehalt schneller und nachhaltiger erreicht werden. Im Zweifelsfall kann auf geldwerte Vorteile gesetzt werden – im Vordergrund sollte immer der Gewinn für Mitarbeiter und Unternehmen stehen.

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