#U-BahnCrush

Unerwartet bekommt die Einrichtungsdesignerin Fran ihre Kündigung, anstatt der erhofften Beförderung. Als wenn das nicht schon alles schrecklich genug wäre, passiert ihr an dem Tag eine weitere Katastrophe: Ihr Kleid wird in der U-Bahn Tür eingeklemmt und reißt auf. Zum Glück legt ihr ein Fremder sein Gucci-Sakko um, damit die Situation nicht noch peinlicher wird. Kurz darauf entdeckt sie ein Video im Internet von ihr und Hayes, dem fremden Helfer, betitelt als Beginn einer großen Lovestory. Zum Glück ist das Schöne am Leben in einer Stadt mit acht Millionen Einwohnern, dass man sich sowieso nie wiedersehen wird. Oder?

Der Leseeindruck

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Fran und Hayes geschrieben, was die Leserin/den Leser tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden blicken lässt. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Kapiteln waren durch den einfach gehaltenen Schreibstil flüssig. Vor allem der Humor, welcher durch Frans quirlige, offenen Art und die Fettnäpfchen-Situationen von Hayes, gefördert wurde, bringen eine unverkennbare Lockerheit in den Roman.

Minuspünktchen

Der Roman war einerseits vom gesamten Verlauf – vom Kennenlernen über die weiteren zufälligen Treffen – sehr realistisch, da viele Situationen auch wirklich im Alltag passieren könnten. Was aber wirklich gefehlt hat, sind die persönlichen Hintergründe der Protagonisten. Vor allem über Hayes erfährt man sehr sehr wenig. Ich habe mir erhofft, dass wenigstens aufgeklärt wird, was hat es mit „der Dritte“ in Hayes Namen auf sich hat. Auch die Familiengeschichte von Fran wurde nur sporadisch angeschnitten. Man hat zwar von ihrem leiblichen Vater erfahren, was zu Beginn des Romans auch ein großes Thema gewesen war. Zum Ende hin jedoch hat sich das Thema etwas im Sande verlaufen und wurde innerhalb von drei Sätzen beendet. An vielen kleinen Ecken, wäre eine besser Balance schön gewesen, denn zu Beginn wurden teilweise Kleinigkeiten zu ausführlich beschrieben, während zum Schluss alles auf den letzten Seiten untergebracht war.

Fazit

„Zwei Herzen unter acht Millionen“ ist eine leichte, wirklich süße und humorvolle Romanze. Wen es nicht stört, dass der Tiefgang etwas fehlt, hat mit dem Roman die perfekte Sommerlektüre für zwischendurch. Wer aber von Klischees Abstand nehmen und eine tiefgründige Story will, sollte lieber die Finger davon lassen.

Lisa Albrecht (academicworld.net)

Kate SpencerZwei Herzen unter acht Millionen.
Penguin. 11,00 Euro.

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