Die Überschrift ist ganz buchstäblich zu verstehen: Das wandelnde Schloss kennen viele schon als Film und das Buch dazu stammt auch schon aus den 80ern. Ein Buch lesen, das älter ist als du? In diesem Fall: Absolut, ja, gönn es dir. Es wird eine zauberhafte Reise!

So süß wie der Film aus dem Studio Ghibli (2004) ist direkt der erste Satz, mit dem die Autorin, leider bereits verstorben, die Leserschaft auch nach bald 40 Jahren immer noch und immer wieder in den Bann zieht. Es sei aber angemerkt, dass Film und Original sich teilweise etwas voneinander unterscheiden! Wer den Film nicht gesehen hat, macht es mit der Reihenfolge erst Buch, dann Film absolut richtig.
Der Erzählton ist malerisch, märchenhaft und bildlich. Die Charaktere sind herrlich offensichtlich und doch aus der Wahrnehmung von Sophie so gar nicht. Sie selbst ist sich ein Rätsel und der Fluch eine gute Möglichkeit, sich vor der Welt zu verstecken. Da braucht es eine Gruppe aus Dämon, Zauberer, dessen Lehrling und einer alten Vogelscheuche, um ihr Leben wieder ins rechte Lot zu bringen.
Man merkt von Anfang an, dass das Buch zum einen ein Stückchen älter ist und zum anderen nicht gängigen Konventionen folgt. Wer also Romance im Stile des „Person x rettete einen Surfer und der war voll der hotte Meermensch“ erwartet, wird hier in erster Instanz enttäuscht. Wer ich auf die Geschichte einlässt erhält ein kurzes, aber buntes Abenteuer mit allerlei Märchenfirlefanz. Unbedarft, unbekümmert und nicht darauf aus, zu den coolen Kids zu gehören. Ein Buch, das mit Genuss gelesen werden sollte.
Diana Wynne Jones. Das wandelnde Schloss. Band 1.
Knaur. 12,99 Euro.