Familienfehde

Aggi und Max kennen sich schon ewig – ihre Familien wohnen nebeneinander und sind befreundet. Die Väter der beiden besitzen sogar eine gemeinsame Firma. Als Aggi Max ihre Liebe gesteht, scheint alles perfekt. Doch dann verunglücken ihre Geschwister – Aggis Schwester Kate und Max‘ Bruder Cal – auf dem Heimweg von einem Konzert. Durch Blitzeis steuerte das Auto gegen einen Baum. Cal war sofort tot und Kate schwer verletzt. Dieses Unglück entzweit die Familie und alle machen sich gegenseitig Vorwürfe, wer an dem Unfall schuld war. Kate kommt mit den Vorwürfen nicht zurecht und begeht Selbstmord.

Diese Ereignisse spalten die einst so gut befreundeten Familien und setzt der jungen Liebe zwischen Aggi und Max ein jähes Ende. Denn Rechtsstreits und Kontaktverbote stehen den beiden fortan im Weg.

Ein Jahr lang geht das so und die beiden vermissen einander, gehen sich aber auch aus dem Weg. Auf einer Party kommen die beiden sich wieder näher und ein turbulenter Tag für beide Familien beginnt.

Die Figuren
Man könnte schon ein bisschen die Krise kriegen mit den Figuren – Aggis Eltern, die sich gar nicht mehr um ihre Kinder zu kümmern scheinen und denen alles egal geworden ist vor lauter Trauer. Aggi und Max die sich gegenseitig beobachten und alles mitbekommen, aber keiner bekommt den Mund auf. Dennoch war das Gefühlschaos der beiden Hauptfiguren sehr gut beschrieben.

Manchmal wünscht man sich dann doch durch die Seiten greifen zu können und alle mal zu schütteln und anzuschreien, dass sie doch mal in Ruhe miteinander reden sollen.

Zur Storyline
Zunächst klingt es nach einer Lovestory – ein Jugendbuch nach einem bestimmten Thema gestrickt, bei dem auch so ein bisschen Romeo und Julia Vibes mitschwingen. Und irgendwo in einem drin kommt einem vielleicht der Gedanke: Warum lassen die beiden sich den Kontakt tatsächlich verbieten? Auch wenn die Trauer die beiden Familien auseinanderbrachte, können Max und Aggi doch nicht tatsächlich glauben, dass sie sich gegenseitig schaden würden, wenn sie ganz normal miteinander sprechen.

Aber so kommt es, dass die Geschichte ein Jahr nach dem Unglück einsetzt und Aggi und Max seitdem nicht oder kaum miteinander gesprochen haben. Doch einander loslassen können sie trotzdem nicht. Als Nachbarn bekommt ja zwangsweise mit, was die Nachbarn so treiben.

Ich finde es wirklich gut wie hier die verschiedenen Facetten der trauernden Menschen gezeigt werde. Aggis Familie, die komplett auseinanderbricht und keiner über seine Trauer spricht und alles nur in sich hineinfrisst. Dem gegenüber steht Max‘ Familie, die zusammenhält und durch die Routine normal weiterlebt.

Alles in allem ein schönes Jugendbuch, das sich relativ schnell durchlesen lässt.

Brenda Rufener. Du hast gesagt, wir sind zwei Sterne.
cbt. 13 Euro

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