Frostige Stimmung im Winter-Wonderland

Megan Travers findet heraus, dass ihr schwerreicher aber notorisch untreuer Freund James Cahill nun auch sie betrügt. Nach einem bösen Streit möchte sie nur noch weg. Weg von James und seiner Ranche. Aufgewühlt und mit gebrochenem Herzen macht sich die junge Frau auf den Weg zu ihrer Schwester, doch bei ihr kommt sie nie an.
Aber auch James kommt aus der Nacht nicht ungeschoren davon. Als die beiden Detectives Brett Rivers und Wynonny Mendoza James befragen wollen, finden sie ihn mit einer Kopfverletzung und Amnesie im Krankenhaus vor. Der junge Mann kann sich weder an die besagte Nacht noch an Megan oder seine zahlreichen Affären erinnern. Als dann auch noch zwei Frauen aus seinem näheren Umfeld ermordet werden, zieht sich die Schlinge um seinen Hals zu…

Eifersucht und eine kleine Portion Spannung

Viele Frauen und ein reicher, charmanter und gutaussehender Mann. Da kann es ja nur ein Klischee geben: Sie liegen ihm alle zu Füßen. Und das ist auch bei James so! Der Playboy kann sich einfach nicht binden und stolpert von einer Beziehung in die nächste. Leider überschneiden sich die Liebeleien etwas und die Frauen möchten den schwerreichen James nicht kampflos gehen lassen. Eifersucht von vielen Ecken wäre sogar etwas untertrieben, denn diese Thematik ist ein großer Bestandteil der Storyline – das ist schließlich auch ein gängiges Mordmotiv. Klischees über eifersüchtige Frauen und einen Mann, der weiß, dass er gut aussieht bleiben nicht aus, bringen aber eine eigene Note. Vor allem, da so jeder Charakter ein Motiv hätte und man einfach alles und jeden verdächtigt.

Durch den Schreibstil sowie die vielen eingeflochtenen kleinen Geheimnisse wird auch eine gute grundlegende Spannung aufgebaut und erhalten. Leider sind die Spannungsbögen, die einen wirklich fesseln, etwas kurz geraten, da vor allem die Ermittlungsmethoden etwas transzendent sind und von dem eigentlich an manchen Stellen etwas ablenken. Das ist wirklich schade, da der Plot wirklich toll ist! Neben Eifersucht und Spannung bekommt man wie von Lisa Jackson gewohnt auch eine kleine Portion Romantik.

Protagonisten: Wenig Tiefe

Es war etwas schwer in das Buch hineinzufinden, da alle Protagonisten sehr unsympathisch wirken. Keiner der Charaktere bekommt eine tiefgründigere Hintergrundgeschichte und es bleiben viele offenen Fragen. Beispielsweise sind die Ermittlungsmethoden des Detective Rivers sehr unkonventionell – dennoch liegt der finale Schlüssel zur Fallauflösung nicht in ebendiesen. Das ist etwas schade, da genau dieses „Neue“ einen wirklich tollen Twist gebracht hat, der aber nicht umfangreich genutzt wurde. Darüber hinaus wird hin und wieder auf die Familie von James eingegangen. Wirklich viel bekommt man da aber auch nicht mit, obwohl diese Infos bestimmt für mehr Sympathie gesorgt hätten.

Fazit

„Liar – Tödlicher Verrat“ ist der dritte Teil der Reihe über die Cahill-Familie. Der Thriller ist aber unabhängig der anderen Bände lesbar. An manchen Ecken fehlt aber – wie schon angesprochen – leider etwas die Hintergrundgeschichte über die schwerreiche Familie.
Insgesamt ist der Thriller ein tolles Buch für einen kuscheligen Herbstabend, da es in einer tief verschneiten Gegend spielt und Spannung sowie Romantik mitbringt. Man muss sich nur bewusst sein, dass eine kleine Distanz zu den Charakteren bestehen bleibt.

 

Lisa Albrecht (academicworld.net)

Lisa Jackson. Tödlicher Verrat.
Droemer. 14,99 Euro.

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