Auf der Suche nach der Verbindung

Zwei Frauen aus unterschiedlichen Orten Englands. Die beiden haben sich noch nie gesehen und auch noch nie von einander gehört. Dennoch verbindet beide etwas: Ein Mörder ist hinter ihnen her. Und genau in dieses Geschehen wird Kate Linville hinein katapultiert, als sie im Zug zu ihrem neuen Wohnort sitzt und sich auf ein paar freie Tage freut, bevor ihr neuer Job bei der North Yorkshire Police losgeht. Als Kate auf dem Weg zur Zugtoilette ist, wird sie von einer panischen Frau angesprochen, die vor einem bewaffneten Mann flieht, der dann auch auf die beiden schießt. Zwei Tage später wird eine junge Frau andernorts auch beinahe getötet – mit derselben Waffe. Damit ist Kate Linville mitten im Geschehen und begibt sich auf die Spurensuche. Denn irgendeine Verbindung zwischen den beide Frauen muss es ja geben und eine der beiden Frauen verschweigt ihr etwas, da ist sie sich sicher.
Je weiter sich aber Kate in die Vergangenheit der beiden Frauen begibt und damit dem Täter näherkommt, desto größer wird auch die Gefahr für sie.

Vorwissen könnte hilfreich sein
Ohne die anderen beiden Bücher zu Kate Linville zuvor gelesen zu haben, kommt man sehr gut mit den Charakteren mit und sie werden auch noch einmal beschrieben, sodass man versteht, in welcher Beziehung wer steht und woher man sich kennt. Um die Hintergründe aber vollständig zu verstehen, muss man aber vermutlich die beiden Vorgänger gelesen haben. So fehlt einem ein Teil der Beziehung zwischen Kate und Caleb und damit auch ein paar Gründe, warum Kate Linville vom Scotland Yard gewechselt hat, um mit ihm zusammenzuarbeiten. Deswegen kann es für den „Erstleser“ möglicherweise störend sein, dass Kate ständig Caleb und der Zusammenarbeit hinterherweint und man Einblicke in den Alltag des alkoholabhängigen Caleb Hale bekommt.

Ein durchsichtiger Plot
Wer schon einige Kriminalromane gelesen hat, dem dürfte irgendwann das Konzept klar werden, wie es sein kann, dass die beiden Frauen, die keinerlei Verbindung zueinander haben, versucht wurden mit derselben Waffe umgebracht worden zu sein. Vor allem da man auch Hinweise, durch Rückblicke, bekommt. Für Leser, die schon andere Kriminalromane gelesen haben (auch Klassiker von Agatha Christie oder die Geschichten zu Sherlock Holmes zum Beispiel), wird die Wendung nicht besonders überraschend kommen. Die Auflösung, wer für zumindest einem der versuchten Morde verantwortlich ist, war daher ein offenes Geheimnis.

Fazit
Schade ist, dass das Buch nicht mit einem vollständigen Happy End endet und doch einige Personen auf dem Weg der Ermittlungen sterben mussten – ist aber vermutlich auch persönlicher Geschmack.

Zu sagen ist: Da die gesamte Geschichte schnell durchschaubar wird, ist der Roman oder eben auch die Ermittlungen, die sich im Kreis zu drehen scheinen, auf die Dauer etwas langatmig und die Spannung geht damit leider etwas verloren. Was die Sache beschleunigt hätte, wäre eine der Nebenfiguren, die einfach etwas früher mit der Sprache hätte rausrücken sollen und ihrer neuen Freundin Vertrauen schenken sollen.

Charlotte Link. Ohne Schuld.
Blanvalet. 24 Euro.

 

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