Wild West in indonesischer Provinz

Alle Bilder © Busch Media Group

Im 19. Jahrhundert befindet sich Indonesien unter niederländischer Kolonialherrschaft: In einem blutigen Komplott des Gouverneurs van Trach wird der Sultan getötet. Seine beiden kleinen Söhne Jamar und Suwo werden ins amerikanische Exil gezwungen. Jahre später, gestählt durch schweißtreibende Abenteuer im wilden Westen, kehren sie zusammen mit ihrem weisen Onkel Arana zurück – entschlossen, ihre Heimat vom brutalen Besatzer van Trach zu befreien und den Tod ihres Vaters zu rächen. Dabei machen sie nicht nur von ihren Fäusten Gebrauch, sondern wissen auch Klingen und ein schlagkräftiges Arsenal an Feuerwaffen einzusetzen.

Der Eindruck

Der Film beginnt gleich mit einer Texteinblendung. Dabei wird auf die historischen Hintergründe, der Kolonialisierung Indonesiens, verwiesen. Doch gleichzeitig erhebt er keinen Anspruch auf Genauigkeit, denn es ist eine Mischung aus Fiktion und historischen Tatsachen. Soweit so gut, befinden wir uns zu Beginn des Films in einem Zug in Amerika und fragen uns, wie ist da die Verbindung? Diese historischen Elemente kommen im Film anfangs nicht zur Geltung, sondern werden erst später aufgegriffen. Das lässt den Film zunächst wie einen normalen Western, mit Schießereien und Barschlägereien wirken.

Nach der Zugreise sagt Arana nur: “Wir müssen zurück.” Und schwupps sind sie zurück in dem Heimatort, an den sich die zwei jungen Männer kaum erinnern, aber gleich heimisch fühlen sollen. Der Onkel hat ihnen die Sprache beigebracht aber anscheinend die Gepflogenheiten des Landes bei diesem Unterricht ausgelassen, denn die Brüder wirken sehr unbeholfen im Umgang mit den Einheimischen. Zum Schluss lassen sie ihr “wahres Ich” raus: Aufgewachsen in Texas sind sie Cowboys mit Schießeisen. Da sie auf Büffeln geritten kommen, erklärt sich dann auch der Titel des Films: Buffalo Boys. Der Film ist ab 18, daher Triggerwarnung: Es werden Gewaltszenen, wie eine Auspeitschung und Vergewaltigung gezeigt. Der Film schließt mit einem klassischen Ende, mit keinem oder geringem Überraschungseffekt. Alles in allem, ein Film den man sich mal mit Freunden anschauen kann und, abgesehen von den Gewaltszenen, auch einen gewissen Unterhaltungswert bietet, aber nichts was man zweimal schauen würde.

Franziska Huber (academicworld.net)

BUFFALO BOYS
Ab dem 18. Oktober im Vertrieb von der Busch Media Group für das Heimkino erhältlich.

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