Plätze getauscht

Zwei Frauen am Flughafen. Sie kennen einander nicht und doch vereint sie etwas: Beide wollen aus ihrem bisherigen Leben fliehen. Die eine hat einen Ehemann zuhause, der nach außen den perfekten Gatten mimt, aber hinter verschlossenen Türen Claire als Prügelknaben benutzt. Die andere, Eva, ist in Drogengeschäfte verstrickt und fürchtet um ihr Leben, weil sie mit der DEA gesprochen hat. Am Flughafen treffen die beiden aufeinander und es entsteht die Idee, die Bordkarten zu tauschen. So dass jede den Platz der anderen einnimmt, das Verschwinden leichter wird und sie sich andernorts ein neues Leben aufbauen können.
Dann kommt es jedoch anders als gedacht. Das Flugzeug, in dem eigentlich Claire hätte sitzen sollen, stürzt ab. Claire erlangt ungewollt Aufmerksamkeit und ein Verschwinden wird erschwert. Ohne Geld und Kontakte sitzt sie also in Evas Haus und plant die nächsten Schritte…

Die Erzählstränge laufen sozusagen gegeneinander. Während man von Claire erzählt bekommt, was nach dem Absturz passiert, wird Evas Geschichte von der anderen Seite aufgerollt. So wird erst am Ende klar, wo die Verbindung zwischen den beiden Frauen ist und wie sich die beiden eigentlich treffen konnten. Auch was aus Eva wurde bleibt bis zum Ende unklar, denn scheinbar war sie gar nicht an Bord des Flugzeugs, das abstürzte. Zusätzlich baut der ständige Perspektivenwechsel Spannung auf, da man sich sowohl ständig fragt, was Eva plante und machte, als auch wie Claire nun weiterleben möchte und was ihre nächsten Schritte sind.

An manchen Stellen fragt man sich natürlich, warum genau wird das nun mit in die Handlung aufgenommen, da es doch etwas unwichtig erscheint. jedoch ist die Beziehung zu Evas Nachbarin relevant für den weiteren Handlungsverlauf und auch ihre Hintergrundgeschichte ergibt erst zum Schluss das volle Bild.
Somit hat die Autorin alles richtig gemacht: Den Leser zunächst etwas verwirrt und in die Irre geführt ,damit am Ende alle Fäden zusammenlaufen und zusammengeknüpft einen tollen Flickenteppich ergeben – oder so ähnlich.

Julie Clark. Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
Heyne. 12,99 Euro. 

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