Das Spiel des Fuches

Prinz Alfehr kehrt nach Monaten der Abwesenheit auf See zurück in das Reich seines Vaters, wo er nach dem Verschwinden seines Bruders, dem Kronprinz, die Thronnachfolge antreten soll. Doch es war Magie, die ihm seinen Bruder gestohlen hat und da Magie in seinem Reich absolut alltäglich und verbreitet ist, scheut er sich nicht davor, mit Hilfe seiner eigenen magischen Gabe (propio) weiter nach seinem Bruder zu suchen. Alle anderen halten ihn für verrückt und seinen Bruder für tot, doch Alfie will nicht aufgeben.

Kurz nach seiner Rückkehr stößt er mit der Diebin Finn zusammen, die aus dem Schloss ein magisches Artefakt stehlen möchte. Bei einem unschönen Kuddelmuddel befreit Alfehr mehr oder minder aus Versehen eine dunkle magische Macht, die sich bald als potenzielle Nemesis entpuppt – denn die Kindergeschichten rund um den bösartigen Gott Sombra sind wahr. Und jetzt? Tobt eine schwarze Macht durch die Straßen, hetzt Menschen gegeneinander auf und will das gesamte Reich in den Abgrund stürzen …

Der Leseeindruck 

Etwas seltsam mutet es an, dass kurz vor der Mitte der Geschichte die beiden wesentlichen Protagonisten plötzlich sehr wankelmütig wirken. Keiner von ihnen ist ein ausgemachter Held, dennoch legen sie erratisch solche Verhaltensweisen an de Tag, um sich gleich wieder anders zu entscheiden. Einerseits ist es erfrischend, wenn Charaktere nicht muskelgestählt ins Abenteuer aufbrechen, doch andererseits geht es so gefühlt immer wieder hin und her und irritiert auf Dauer. Beide wirken daher samt und sonders unreif,

Gefühlt stolpert man auch immer wieder über Plottholes. Einerseits empfindet die schwarze Macht bei der Suche nach einem Wirtskörper unsere Finn als nicht ausreichend, obwohl sie viel Dunkelheit in sich trägt. Doch genau einen Moment später stürzt die Macht sich wahllos auf auf jeden Mensch, weil sie nicht zu wählerisch sein dürfe. Dazu das Grundkonstrukt: Wenn es Magie gibt, gibt es doch mit Sicherheit ein gesellschaftliches Konzept à la der Rat der Weisen. Zudem geht es Alfie hinsichtlich seiner Motivation um die Rettung seines Reiches, warum weiht er dann nicht seine Eltern ein? Das würde viele Situationen vereinfachen, weil man beispielsweise nicht in das große Gefängnis einbrechen, sondern hineinspazieren könnte. Weil er sich als würdiger Kronprinz profilieren möchte. Also geht es ihm doch nicht um das Reich, sondern sein Ego?

Die Unausgereiftheit zeigt sich bspw. auch in dem scheinbaren Konflikt, sich an eine magisch sehr gut bewanderte Lehrerin zu richten. Da sitzen ein Prinz und eine Diebin beieinander, haben das maximale magische Problem ihres Lebens und besprechen, ob man zur Lehrerin geht. Es wirkt zu stark, zu intensiv konstruiert, um die Handlung in bestimmte Richtungen zu zwingen. Dadurch geht der Geschichte auch eine gewisse Leichtigkeit verloren, mit der man sich in ihr verlieren könnte.

Bonuspunkte gibt es für das Setting, für das lateinamerikanische Einflüsse geltend gemacht werden, was in der klassischen Fantasywelt für etwas Abwechslung sorgt. Man muss aber sagen, dass es sich dabei im Wesentlichen auf Namen und Flüche begrenzt und so doch auch noch etwas Potenzial verschenkt wurde.

Fazit: Leider keine Empfehlung, da es einfach an zu vielen Knackpunkten scheitert.

Nocturna, das Spiel des Fuches. Band 1.
Maya Montayne. blanvalet. 15 Euro.

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