Kriminelles Ende

Es ist endlich so weit: Der finale Band der Victoria Bergmann Trilogie ist im Handel erhältlich – und wir erfahren, wie tief und bösartig das Geschehene rund um die verschwundene Victoria Bergmann tatsächlich war …

Endlich scheint ein ordentlicher Schub in einen der Fälle zu kommen: Für gleich zwei Verdächtige verdichten sich die Hinweise immer mehr, dass sie die Verantwortlichen für die Rachemorde sind. Dumm nur, dass die beiden Frauen erst als verkohlte Leichen gefunden werden. Das tut den Ermittlungen der Kommissarin Jeanette Kihlberg aber kaum Abbruch – die Beweise scheinen schließlich eindeutig! Wirft nur leider die Frage auf: Hat sie jemand angesteckt oder war es Selbstmord? 

Dann ziehen die Ermittler das goldene Los und kommen auch bei den bisher ungelösten Morden an den Jungen weiter. Der bisher eher rätselhaft wirkende Anwalt Dürer gerät immer mehr in Kihlbergs Visier. Das Rätselraten um ihn bekommt aber bald nicht nur einen bösen Beigeschmack. Der werte Herr Anwalt lässt in menschliche Abgründe blicken, die ins bodenlose Nichts ufern … Und plötzlich verschwindet eine Zeugin, die Dürer schwer belastet hat.

Die Psychologin Sofia Zetterlund arbeitet derweil fast schon gegen Jeanette Kihlberg. Sie erkennt, dass sie sich stark mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen muss, um das Rätsel um die verschwundene Victoria Bergmann zu lösen. Dabei entdeckt sie Überraschendes und nicht nur eine Persönlichkeit hat hier eine große Rolle gespielt …

Die Kritik

Einen Krimi über 3 Bände hinweg am Leben zu erhalten ist ein Kunststück. Irgendwann fragt man sich schon, wie sehr der berufliche Hintergrund des Autorenduos mit in diesen Erfolg hineinspielt. Schließlich ist Jerker Eriksson nebenher Bibliothekar in einer Gefängnisbücherei. Andererseits bezeichnen die beiden  das Schreiben als ihre Art, ihre inneren Dämonen im Griff zu halten. Das klingt ganz schön gruselig. Der Krimi-Reihe scheint das aber gut zu tun, denn sie ist einfach gut. Und verdammt teuflisch. Es ist kein Ermittlungsdrama, bei dem die Fährtensuche im Vordergrund steht, sondern die abgrundtiefe Bösartigkeit der menschlichen Seele.

Die Victoria Bergmann Trilogie ist außerordentlich komplex. Es gibt mehr als nur einen Toten und genauso viele Handlungsstränge. Die Persönlichkeiten stehen in einem teilweise sonderbaren Verhältnis zueinander, das nicht immer ganz deutlich ist. In anderen Worten: Es gibt immer etwas Neues und der Zuhörer wird immer wieder überrascht. Heißt auch: Man muss gut zuhören und sich merken, was gerade gelaufen ist.

Der Erzählstil und die Erzählstimme bleiben dabei relativ nüchtern. Das sorgt dafür, dass der Inhalt so richtig hervortritt und der menschliche Abgrund noch viel emotionaler wirkt. Hut ab!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Erik Axl Sund. Schattenschrei.
Der Hörverlag. 14,99 Euro.

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