Geisterliebe in Frisco

Arthur ist erfolgreicher Architekt und gerade frisch in seine neue Wohnung gezogen. Doch eines Abends findet er eine junge Frau namens Lauren in seinem Schrank – was beide überrascht, aber Lauren sogar noch mehr als ihn. Sie sei ein Geist und wisse genau, dass sie in einem lokalen Krankenhaus als Kompapatientin liege. Arthur, der sie nicht nur sehen, sondern auch berühren kann, glaubt dem Spuk erst Stück für Stück.

Doch je glaubhafter Laurens Geschichte wird, umso größer sein Drang, sie vor dem Abschalten der lebensrettenden Maßnahmen zu retten – doch ehrlich gefragt: Welchen Sinn hat das alles?

Der Leseeindruck

Wem der Buchtitel bekannt vorkommt: Die Geschichte wurde bereits mit Reese Witherspoon und Mark Ruffalo im Jahr 2005 verfilmt. Das ist aber schon ein Stück her, zudem wurde der Inhalt leicht abgeändert = ein klassisches “bitte das Buch zuerst lesen”-Szenario.

Das Einzige, was man dem Buch vorwerfen kann, ist der zugrundeliegende Perfektionismus. Es gibt niemals Fehler in der Kommunikation, alle sind sich ihrer Emotionen und ihres moralischen Kompasses vollkommen sicher und so kommt es kaum zu Reibungen. Damit sind scheinbar unmögliche Wendungen in der Handlung möglich. Diese Wendungen sind es auch, die einem kritischen Leser etwas Geduld abverlangen: Sie machen aus einer Romanze manchmal mehr eine kleine Schmonzette, worauf nun einmal nicht jeder Leser gleich gut anzusprechen ist.

Wenn die leicht unrealistische Neigung akzeptiert hat, bekommt man eine sehr nette Wohlfühl-Geschichte präsentiert. Sie geht locker-flockig von der Hand, macht das Leben nicht zu kompliziert und bietet harmonische Unterhaltung am grauen Winterabend. Literarisch gesehen darf man einfach nicht zu viele Ansprüche stellen, wobei es sehr positiv auffiel, dass es zwischendrin sehr weise und kluge Gedanken zum Leben gab – die man ruhig mal ernst nehmen kann.

Die Charaktere sind nahbar und emotional greifbar, was in Anbetrcht der Kürze des Buchs enorm wichtig ist. Es erleichtert es auch, zum zentralen Motiv der Geschichte zu kommen: Man verliebt sich in die Seele eines Menschen, nicht seinen Körper. Garniert mit treffenden Dialogen, in denen auch Zynismus und Sarkasmus nicht zu kurz kommen, ergibt sich das Gesamtbild einer sehr netten Liebesgeschichte.

Marc Levy. Solange du da bist.
blanvalet. 9.99 Euro.

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