Alle Hexen sind böse

Band 1 von 3.

Ihr Vater hat ihre Mutter umgebracht, wurde aber von Hexen dazu getrieben – das Leben von Robin Martine ist ziemlich im Arsch. Kein Wunder, dass sie in der Klappse landete und dort nur dank ihres nunmehr Lehrers herausgekommen ist. Dessen Spezialität ist es, Hexen zu jagen und zu töten, denn in dieser Welt gibt es nur schwarze Hexen, die ihr Herz aufgeben und aus ihrer Umgebung alles Gute heraussaugen. Ihr Werk ist blutig, findet nachts und überall im Land statt – entsprechend ist sie in einem verbeulten Lieferwagen samt eigenem Waffenarsenal unterwegs. Und jetzt? Ist Robin in ihrer Heimatstadt angekommen und nimmt die Hexen aufs Korn, die ihre Familie so blutig zerrissen haben …

Der Leseeindruck

Die Idee klingt super, denn sie verspricht doch in etwa die Winchester Brüder aus Supernatural in frischer Form inklusive Social Media, also mit einem deutlich jüngereren Anstrich. Jedoch wird mehr versprochen, als gehalten wird. Die ersten 50 bis 60 Seiten sind vielversprechend, danach zieht sich die Handlung ziemlich zäh bis zum Ende, wo es endlich wieder etwas Richtung Hexenjagd zu lesen gibt.

Zur Kritik gehören unter anderem: Es gibt wenig Handlung, die den eigentlichen Konflikt voranbringt, was absolut gegen das Thema der “Jagd” spricht. Es geht nichts schnell voran, es wird nichts anvisiert, es gibt keine Strategische Planung, die Spannung aufbauen könnte. Vielmehr trödelt die Hauptdarstellerin herum, geht zwischendrin mal zum Film kucken und beschäftigt sich nicht wirklich damit, die Hexenmörderinnen ihrer Mutter zu erledigen.

Es fehlt der große Plan, der zwischendrin erwähnt wird und eigentlich als schrittweise Handlungsanleitung dienen sollte – er verpufft und wird noch durch Rückblenden verwischt, wie die Hauptdarstellerin überhaupt zu ihrem Hexenjäger-Metier gekommen ist. Dazu werden ergänzende Charaktere in einer Ausführlichkeit dargestellt, die es einfach nicht braucht. Ein Überfluss an Informationen, die weder Handlung noch Leser:innen weiterbringt, nimmt das bisschen vorhandene Spannung direkt wieder aus dem Leseerlebnis raus.

Zudem gibt es logische Lücken, wie beispielsweise: Wenn die 4 Hexen in ihrem Heimatort die Mächtigesten ihrer Art sind – würde man deren Vernichtung nicht lieber im Team arbeiten, zumal sie ja befreundete Hexenjäger hat? Stattdessen schlägt sie einfach in der Stadt auf und hängt ein bisschen herum, entwickelt vielleicht Gefühle oder auch nicht oder dreht offenbar relativ unnötiges Videomaterial. Es fehlt der Gesamtzusammenhang, es fehlt die Spannung, die Handlung kommt kaum voran und Psychopharmaka werden en gros eingesetzt.

Final leider keine Leseempfehlung, da lieber ein paar Folgen Supernatural durchsuchten.

S. A. Hunt. Die Hexenjägerin. Band 1.
15 Euro. blanvalet.

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