Sommer. Sonne. Liebesdrama.

Bayah hatte keine gute Kindheit und Jugend. Als Produkt eines One-Night-Stands wächst sie bei ihrer drogensüchtigen Mutter auf und hat kaum Kontakt zu ihrem Vater. Aus diesem Grund hat sie schnell gelernt, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Als ihre Mutter stirbt und sie als Minderjährige die Wohnung nicht allein bewohnen darf, muss sie einen gewagten Schritt gehen: Über den Sommer, bis zu ihrem Stipendium bei ihrem leiblichen Vater leben. Doch dieser hat eine neue, wohlhabende Familie mit einem Sommerhaus an der Küste einer Halbinsel in Texas. Die neue Luxuswelt ihres Vaters kollidiert mit ihrem gewohnten Leben im Trailerpark. Gegen all ihren Erwartungen birgt die neue Welt einige Überraschungen für Beyah. Vor allem der Sommerhausnachbar Samson: Nie hätte sie sich vorstellen können, dass der Sunny Boy ein ähnliches belastendes Leben auf den Schultern trägt …

Der erste Eindruck

Die kurzen Kapitel, welche aus der Sicht von Bayah die Erlebnisse Ihres Sommers wiedergeben, bringen einen direkt in das Geschehen rein und lassen tief blicken. Dabei kann man die Veränderung, welche Bayah durchmacht, gut wahrnehmen. Ihre Abneigung gegen Luxus und ihre Anziehung zu Samson prallen aufeinander, stellen ihr bisheriges Weltbild auf den Kopf und zwingen sie ihre Vorurteile zu überdenken. Apropos Weltanschauung. Da hat Beyah wirklich nicht viel Gutes zu bieten. Die Rückblicke in ihre Vergangenheit zeigen, wie prägend die Armut und eine drogensüchtige Mutter sind. Es ist an manchen Stellen – für mich zumindest – sehr hart gewesen solche „schlimmen“ Szenen zu lesen, da die Handlung zwar Fiktion ist, aber bestimmt auch viel Wahrheit enthält. Es ist also verständlich, dass die junge Protagonistin verbittert ist. Umso schöner ist es, dass sie sich durch den Tod ihrer Mutter und die neue Familie endlich selbst finden kann und endlich so etwas wie Glück erleben darf. Auch das Schicksal von Samson hat mich im Nachgang sehr beschäftigt. Ich möchte hier nur eines verraten: Colleen Hoover hat mal wieder viel Spannung hereingebracht.

Minuspünktchen

Die Zeitlinie von „Summer of Hearts & Souls“ soll sich überwiegend auf den Sommer auf der texanischen Halbinsel beschränken. Das kommt auch gut rüber, nur fühlt es sich nicht nach einigen Wochen an. Bekannterweise gehen die Sommerferien in Amerika über 3 Monate, im Roman selber könnte man meinen, dass die ganze Handlung innerhalb von 3 Wochen spielt. Das ist wirklich schade! Die eher dünn gehaltene Romanze hätte auch noch 100 Seiten mehr vertragen und hätte etwas mehr Zeit zwischen den prägnanten Ereignissen wiedergeben können.

Fazit

Bis auf den Faktor Zeit hat Colleen Hoover wieder einmal einen Romance-Roman verfasst, der keineswegs dem Klischee entspricht. Die komplexen Charaktere wachsen einem ans Herz und wer selbst eine etwas schlechtere Jugend hatte, wird sich vielleicht mit Beyah identifizieren können. Wer das nicht kann: Auch nicht schlimm! „Summer of Hearts & Souls“ ist eine wirklich süße Sommerromanze, welche einige kleine, überraschende Wendungen bereithält.

Lisa Albrecht (academicworld.net)

Colleen Hoover. Summer of Hearts and Souls.
dtv. 15,95 Euro.

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