Der Pumpkinhead geht um

Obacht, dies ist Band 1 von 3.

Das kleine Dörfchen Woodville liegt im ländlichen England und doch wirkt auch hier sich der Zweite Weltkrieg aus: Nachts dürfen keine Lichter nach außen dringen, die Stimmung ist gedrückt – und dann verschwinden alle Vogelscheuchen der umliegenden Felder! Faye fällt das auf, aber auch sie nimmt es nicht so recht ernst. Ihre Aufmerksamkeit liegt auf dem Buch ihrer verstorbenen Mutter, das sie gerade im Keller gefunden hat. Es schaut doch tatsächlich so aus, als wäre ihre Mama eine Hexe gewesen! Faye marschiert schnurstracks zur „bekannten“ Dorfhexe, doch die schickt sie weg – bis sie auf ein magisches Problem – den sogenannten Pumpkinhead – stößt, das das ganze Dorf in Gefahr bringen könnte …

Der Leseeindruck

Der Auftakt ist fast ein wenig trocken – aber auch entspannend und wenig klischeebelastet. Ausnahmsweise entdeckt ein Teenager hier nicht seine übernatürlichen Fähigkeiten und ist gleich ein Rockstar und die Welt muss sie auch nicht im Alleingang retten. Die Erwachsenen sind mit an Bord, es ist „nur“ das eigene Dorf bedroht und die Bedrohung ist nicht das ultimative Böse, aber durchaus „wicked“ und ein gewisses magisches Mastermind. Der Vergleich mit der Alex Verus-Reihe von Benedict Jacka ist daher voll in Ordnung, wobei durch die Hautperson im Vergleich dazu schon jugendlichere Töne angeschlagen werden.

Insgesamt ist es dennoch ein Stil, der nicht besonders malerisch ist oder vor Farben sprüht. „Nüchtern“ klingt etwas zu hart, zumal es um Magie, Hexen und eine Vogelscheuche mit Kürbiskopf (Pumpkinhead) geht. Die zeitliche Verankerung während des Zweiten Weltkriegs tut der Geschichte auch gut und erklärt viele Hintergründe. Die moderne Gegenwart mit all der Technologie ist manchmal doch ein eher Magie-unfreundliches Setting. Hier also fliegen Spitfires, haben Vogelscheuchen noch Bedeutung, Kröten sind seltsam und wichtige Informationen finden sich in Kirchenbüchern. Wenn man da denn nachts rankommt …

Es ist auch eine Zeit, in der Mädchen lieber gute Kleider tragen sollten und unsere Hauptperson mit Hosen einfach so viel besser Fahrrad fahren kann und sie sich dort einbringen möchte, wo sie gute Leistungen bringen könnte – wenn sie denn dürfte. Man ergreift schnell Partei für Faye, erfährt fasziniert mit ihr etwas über Magie, stellt sich gegen schrullige Hexen und vertraut auf die innere Stimme.

Ein wirklich sehr schöner Auftakt rund um englische Hexen in kleinen Dörfern – und jetzt, wo deren Existenz feststeht, ist die Freude auf Band 2 definitiv vorhanden!

Die Hexen von Woodville. Mark Stay.
Heyne. 12 Euro.

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