Schottische Wölfe im Schafspelz

Es ist eine LIebe aus der rosaroten Klischeekiste: Schon als Kinder spielten Grace und Adamzusammen in den wilden Bergen Schottlands. Nun sind sie erwachsen, verheiratet, erwarten ihr erstes gemeinsames Kind – und liegen sehr sehr sehr tot auf dem Boden ihres Wohnzimmers in Edinburgh. Der Täter steht erst noch über ihren warmen Körpern und macht sich dann auf den Weg ins schottische Hochland – um etwas fertig zu bringen. Doch was? Bald erscheint sein Bild als Tatverdächtiger im Fernsehen in ganz GB.

Die Familien verbindet seit Jahren eine tiefe Freundschaft, gerade trauen sie um ihre Kinder und nun stehen sie plötzlich dem Mörder gegenüber – und bringen ihn kurzerhand selbst um die Ecke. Unklar ist jedoch, wer es war, was der Mörder gegen Grace & Adam hatte … Geheimnisse, die die beiden Familien bald noch mehr zerreissen werden …

Die Kritik

Landschaftlich äußerst reizvoll platziert, entführt die Serie den Zuschauer in das karge schottische Hochland, wo man von vornherein kantige Charaktere erwartet. In sich gekehrt, ruhig, Emotionen unterdrückt. Ein Cocktail, der in Zeiten großen Dramas geradezu toxisch wirken kann – und genau das passiert. Die Emotionen kochen hoch, eine giftige Mischung aus Misstrauen, Trauer, Hass und Hysterie vergiftet das rationale Denken – was das Zuschauen zunehmend anstrengend macht.

Ein paar normale Entscheidungen hätten gereicht, um dieses Drama ohne großartige Konsequenzen zu beenden – allerdings käme dann natürlich nicht die volle Wahrheit ans Licht. Schade, dass es gerade die Hysterie braucht, um die Handlung in die “auflösende” Richtung zu drehen. Die Charaktere hingegen sind sehr gut besetzt und spiegeln ein vielfältiges Set an Menschen wieder. Jeder Kopf steckt in seinen eigenen Problemen und muss sich dennoch der massiven Krise stellen, in der beide Familien trotz wachsender Differenzen gemeinsam stecken.

Der Zusammenhang zwischen dem Mord und dem Auftauchen des Mörders in den Untiefen des schottischen Hochlands ist das, was die wirkliche Spannung ausmacht. Leider ist das eine einzelne Information / Auflösung, die keine Serie rechtfertigt, sondern eher in ein überraschendes Ende eines Films gepasst hätte. Positiv hervorzuheben ist die eine inhaltliche Wendung, die man so nicht voraussehen konnte und eine überraschende Erklärung sorgt.

Bettina Riedel (academicworld.net)

DIE VERGELTUNG
4 Episoden

Ab dem 31. Januar als DVD und BluRay im Vertrieb der polyband GmbH im Handel erhältlich.

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