Liebe hinter der Bühne

Rosie hat sich in kompletter Eigenregie eine Webshow aufgebaut, in der sie Bands für ihre Fans interviewt – und die Leidenschaft dahinter kommt nicht von ungefähr. Sie selbst ist seit jeher Fan der Band Scarlet Luck und flippt völlig aus, als die Band endlich in ihre Show kommt. Doch anstatt ein persönliches Interview zu führen, wird der Termin abgebrochen und Rosie einem unfassbar harten Shitstorm ausgesetzt. Um den abzumildern, trifft sich die Band ein letztes Mal mit ihr – und ausgerechnet beast, der nicht berührt werden möchte und auch keine weitere zwischenmenschliche Beziehung anstrebt, bekommt Rosies Lächeln nicht mehr aus dem Kopf. Sie begegnen sich erneut und beasts harte Mauer scheint ein wenig zu bröckeln, doch wird das wirklich reichen?

Das Setting 

Die zugrundeliegende Geschichte ist denkbar dicht am Teenage-Traum angesiedelt: Ein weiblicher Musikfan und das zurückhaltende Mitglied einer weltweit erfolgreichen Band. Dank einer Fügung und zuletzt Social Media treten sie miteinander in Kontakt und es entwickelt sich … etwas. Doch dazu kommt der Druck der Öffentlichkeit und das dunkle Geheimnis, das „beast“ umgibt. Nachdem es kaum Teenager ohne Lieblingsband gibt oder gab, kann man sich da sicherlich schnell einfühlen und an seine eigenen Schwärmereien denken.

Slow Burn

Die beiden sind nicht sofort glücklich verliebt, sondern hier ist es der Weg, der die eigentliche Geschichte ausmacht. Ein Weltstar ist natürlich nicht so easy zu greifen, daher macht das völlig Sinn. Die teilweise Annäherung, der Kampf oder das Durchhalten gegen den Shitstorm, das alles sind sehr detaillierte Einblicke auf einer super persönlichen Ebene. Was es umso wichtiger macht, dass man die Charaktere leiden kann – aber hier ist Mona Kasten schlichtweg Profi und weiß, wie sie ihre Personen modelliert.

Süße Romance, fast keine Tropes

Die Autorin vermeidet sehr elegant das Trope des unnahbaren Kerls, der aus psychischem Problemen her zuschlägt. Das wird ganz deutlich, als die beiden offen darüber reden, worum es ihnen beiden geht – und direkt zu Anfang ist er respektvoll, ehrlich und eben trotzdem unnahbar. Damit ist Rosie zwar schon in der Trope-typischen Position, „den kaputten Typ retten zu wollen“, aber es nicht keine toxischen Züge an, die in anderen Büchern meist noch mit Abhängigkeit einher gehen. Das tut dem Buch überhaupt keinen Abbruch, ist wholesome und der Autorin sowas von zugute zu halten. Es geht nämlich eben doch, diese Situation zu nutzen und dabei positiv zu bleiben.

Das Ende

Ist sehr cool und hebt das Buch aus einer etwas klischeehaften Romanze hinaus hin zu einer Geschichte, die jungen Menschen das Hinschauen lehrt, die Akzeptanz von Problemen. Dass es okay ist, gewissen sozialen Leistungsnormen und gesellschaftlichen Ansprüchen nicht entsprechen zu müssen. Gerade in Zeiten von Toxic Social Media. Das gibt dem Buch ein richtig lesenswertes Extra.

Mona Kasten. Lonely Heart.
Lyx Verlag. 18 Euro.

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