Robotizid auf Aurora

Die Erde ist technologisch zurückgefallen. Einst gab es Schiffe, die ins All starteten und neue Welten bevölkerten. Diese neuen Siedlungen sind nun deutlich weiterentwickelt und dominieren die Erde – beispielsweise die sogenannten Spacer. (Hier findest du weitere Rezensionen zu Isaac Asmiov-Büchern, in denen es teilweise um die Vorgeschichte geht.)

Die Spacer auf Aurora haben einen Experten für Robotik, der sogenannte humanoide Roboter entwickelt hat – zwei bisher. Einer davon wurde jedoch kürzlich mental blockiert, ist also völlig funktionsunfähig – gestorben, könnte man sagen. Mr. Baley, der weithin bekannte Ermittler von der Erde, wird auf eine unmögliche Mission entsandt: Den „Mörder“ finden. Der sich quasi fast schon in der Öffentlichkeit bekannt hat und die Tat doch abstreitet. Hat Baley keinen Erfolg, droht ihm der völlige persönliche Ruin …

Der Leseeindruck

Das Buch ist eine Ermittlung, die weniger aus Action und großen Schritten besteht, sondern aus vielen Gedankenexperimenten. Das Kleinste beginnt mit den Wortfindungen rund um die Roboter-Wahrnehmung, beispielsweise ob man von Mord oder etwas produktlastigem spricht wie Funktionsstörung. Damit befinden wir uns in einer Zukunft, in der die Welten allmählich eine so hoch entwickelte Technik haben, dass Künstliche Intelligenzen & Co einen nicht-technischen, sondern einen menschen-ähnlichen Stand in der Gesellschaft bekommen.

Die großen Gedankenexperimente gehen beispielsweise um Beziehungen mit Robotern oder neuronale Gehirne – was wieder einmal beweist, was Isaac Asimov hier geleistet hat. Dieses Buch kam bereits 1983 auf den Markt! Selbst heute, 40 Jahre später, muss man zu Experten gehen, um etwas über neuronale Netze und den Nachbau des menschlichen Gehirns herauszufinden. Dennoch macht er es sich durchaus etwas einfacher, denn er erwähnt lediglich ihre Existenz und bewahrt die Lesenden vor den Details der neuronalen Netzwerke.

Dieses Buch zu lesen heißt, sich mit jedem Kapitel wieder ganz bewusst dafür zu entscheiden, weil es ein perfektes Beispiel für wirklich sehr viel „tell“, und kaum „show“ ist. Es wird wirklich viel doziert, die aktiven Erzählparts sind häufig belehrend. Man muss wirklich Asimov-Fan sein, um das Buch jenseits der 300-Seiten Marke weiterhin genießen zu können. Insgesamt ist es jedoch ein Buch, das auf die nächsten vorbereiten soll. Der Twist am Ende kommt so schnell und knapp zusammengefasst, dass man gar nicht fassen kann, dafür vorher 600 Seiten gelesen zu haben. Das ist tatsächlich ein Wermutstropfen. Wie gesagt: Für echte Fans einer der Klassiker schlechthin

Aufbruch zu den Sternen. Isaac Asimov.
heyne. 11 Euro.

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