Skurrile Situationen und jede Menge Humor

Joe Gardener, ein begabter Jazzmusiker, bekommt endlich ein Angebot für einen vielversprechenden Gig. Nur wenige Stunden vor seinem Auftritt erleidet Joe einen Unfall. Während sich sein Körper auf der Welt befindet macht sich seine Seele auf den Weg in das Jenseits, doch so möchte es der Musiker, kurz vor seinem möglichen Erfolg, nicht enden lassen. Er nimmt kurzerhand Reißaus und gelangt an den Ort, wo die jungen Seelen ihre Persönlichkeiten erhalten. Um weiterhin unentdeckt zu bleiben und einen Plan zu schmieden, wie er zurück in seinen Körper gelangt, wird er der Mentor der Seele 22.

Doch dies ist leichter gesagt als getan. 22 ist weder an den Interessen und Persönlichkeiten, die die Menschen erhalten, interessiert, noch möchte sie irgendetwas mit dem Erdenkram zu tun haben. Trotzdem möchte sie Joe bei seinem Plan helfen. Dabei stolpert das ungleiche Duo von einem Schlamassel in das nächste. Auf ihrem kleinen Abenteuer lernt die kratzbürstige 22 die Erde mit all ihren schönen Aspekten kennen, was Joe über seine eigenen Prioritäten nachdenken lässt …

Die Produzenten lassen einen buchstäblich in die Seele blicken

Erfolgsregisseur Pete Docter hat eine fantastische, mystische und bunte Welt, mit spektakulären Kulissen, einzigartigen Charakteren und einer aussagekräftigen Geschichte, erschaffen. Eine Welt die sich nicht nur um den Menschen selber dreht, sondern dieses eine Fünkchen, was jeden einzelnen von uns aus macht. Aber wie werden wir … wir? Genau mit diese Frage beschäftigt sich der neue Animationsfilm.

Jede Seele besteht aus mehreren Bestandteilen der Persönlichkeit, die auch viele andere Seelen besitzen können. Dennoch gibt es diesen einen kleine Unterschied, den jede Seele benötigt, um vollkommen zu sein. Die Produzenten haben es geschafft, dieses Stückchen der Seele nicht nur in Worte zu fassen, sondern auch eindrucksvoll zu animieren. Erst, wenn die jungen Seelen alle wichtigen Bestandteile und das persönliche Quäntchen extra besitzen, dürfen sie auf die Erde.

Während die Mitarbeiter der Seelen-Welt Lichtgestalten ohne feste Form sind, gleichen die jungen Seelen wie ein Ei dem anderen. Erst, wenn sie auf der Welt waren und sich ihre erworbene Persönlichkeit in Leben verwandelt, verwandelt sich auch die Gestalt der Seelen in ein Ebenbild des Menschens. Darüber hinaus weisen auch andere Kleinigkeiten wie die Welt der “verlorenen Seelen” darauf hin, dass eine vollkommene und zufriedene Seele eine gewisse “farbenfrohe” Ausstrahlung besitzt.

Musik für die Seele

Nicht nur die Animation ist Disney Pixar hervorragend gelungen, auch die Filmmusik passt wie die Faust aufs Auge. Die Jazz-Stücke unterstreichen den musikalischen Charakter von Joe, aber auch seine Leichtigkeit und Empathie, mit der er durch sein Leben spaziert. Die Filmmusik berührt einen in den richtigen Momenten, lässt einen Lachen, mitwippen und mit der neunmalklugen 22 und Joe Garden auf ein Happyend hinfiebern. Für mich ist nicht nur die Animation und die liebevolle Botschaft ein Meisterwerk aus dem Jahr 2020, sondern auch die Jazz-Stücke aus den Federn von Jon Batiste, Trent Reznor und Atticus Ross.

Fazit

Die Botschaft, einfach mal selbstlos zu sein, anderen zu helfen und die kleinen Dinge am Leben wertzuschätzen werden von dem Animationsfilm mit Humor und Leichtigkeit aufgegriffen. Mehr denn je kann man mitverfolgen, wie leicht das Leben sein kann, wenn man andere Menschen oder Seelen an seiner Seite hat, die einen in seinem Tun unterstützen, oder man offen auf neue Situationen zugeht.

Zwischendurch hätte ich mir gewünscht, dass das Duo etwas öfter in die Bredouille gerät und das Versteckspiel von Joe Gardners Seele noch etwas mehr Screen Time bekommt. Dennoch geht der Witz in der Handlung keine Minute verloren und vor allem die liebenswerte Animation der Figuren und ihre eigensinnigen Charakterzüge machen den kleinen Kritikpunkt wieder wett.

Die Produzenten von Disney Pixar haben es geschafft, einen Film zu erschaffen, der auf liebevolle Art und Weise tiefer in den Menschen blicken lässt und es auf den Punkt bringt, dass jeder Mensch einen individuellen Charakter besitzt. Ich wünsche mir mehr solcher herzerwärmenden Filme. Für mich ist „Soul“ der perfekte Animationsfilm für Groß und Klein, um das Jahr 2020 abzuschließen und womöglich lässt er einen in sich hinein horchen, um herauszufinden was da eigene kleine Fünkchen ist.

Lisa Albrecht (academicworld.net)

Disney PIXAR´s “Soul”
Ab dem 25.12.2020 auf Disney+

 Alle Bilder unterliegen dem Copyright von Disney/Pixar

Share.