Die letzten ihrer Art

Es gibt nur noch sehr wenige Rebellen, die unter der Führung von Prinzessin Leia gegen die Erste Ordnung vorgehen möchten – und ihre Zahlen schwinden immer mehr: Ihr Gegner hat massive Ressourcen und ihre Kampfmacht überragt die der Rebellen um ein Vielfaches. Dazu kommt die persönliche Motivation von Kylo Ren, gegen seine Eltern zurückzuschlagen – oder etwa auch gegen seinen damaligen Lehrer Luke?

Die junge Ray spielt ihre allerletzte Trumpfkarte aus – sie hat die Insel gefunden, auf der sich Luke Skywalker versteckt und von der Macht losgesagt hat. Wird er ihr Training übernehmen oder ist er final aus dem Jedi-Leben ausgeschieden? Doch selbst wenn es klappen sollte, dass er Ray ausbildet und / oder die restlichen Rebellen samt seiner Schwester Leia unterstützt: Gibt es überhaupt noch eine Chance gegen die übermächtige Erste Ordnung? Und welche Verbindung haben Ray und Kylo miteinander – ist es “nur” die Macht?

Die Kritik

Inhaltlich ist es einer der eher schwächeren Filme: Die Rebellen werden gejagt, dezimiert und suchen nach Unterstützern. Ray verbringt viel Zeit auf der Insel und versucht zu reden, läuft Luke hinterher oder stürzt sich in Gedankengespräche mit Kylo Ren. Es gibt – abgesehen vom Überlebenskampf der Rebellen – kein dezidiertes Ziel, das erreicht werden muss. Inhaltlich stellt der Film damit eine Brücke zwischen zwei echten Ereignissen dar, die auch deutlich kürzer hätte erzählt werden können. Damit zieht er sich leider etwas zu sehr in die Länge und das Ende fällt eher mäßig interessant aus.

Was deutlicher erfrischender ist, ist der Wandel, den Ray durchmacht. Die Zeit der alten Jedi, die auf Teufel komm raus gut waren und sich gaaaanz weit fern halten wollten von der dunklen Seite der Macht. Vielleicht war das einer der Gründe, warum der Orden der Jedi fast ausgestorben ist? Auf jeden Fall hat die neue Generation einen ganz eigenen Kopf und lässt sich nicht in feste Bahnen lenken.

Nach The Force Awakens leider eine Fortsetzung, die etwas zu schwach ist auf der Brust. Sie liefert weit weniger Antworten, als in Episode 7 in Aussicht gestellt wurden. Dazu kommt der Eindruck, dass die politische Korrektheit auf ein neues Level gehoben wurde und nicht nur wie selbstverständlich eingearbeitet wurde (so sollte es idealerweise sein), sondern sich wie ein Vorschlaghammer durch die Geschichte arbeitet. Nicht zuletzt kann man die Bösewichter gar nicht richtig ernst nehmen. Wie soll man sie als Bedrohung auffassen und worin besteht die besondere Leistung unserer Helden, so eine lächerliche Figur wie General Hux noch mehr ins Lächerliche zu ziehen? Es gibt noch einige mehr dieser Umstände, die sich leider zu einem negativen Fazit auftürmen: Es hätte diesen Film einfach nicht in dieser Länge gebraucht.

Bettina Riedel (academicworld.net)

STAR WARS – Die Letzten Jedi

Ab dem 26. April im Vertrieb von Disney als BluRay, DVD oder digital erhältlich.

Alle Bilder: Disney

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