Die einen tanzen, die anderen zahlen

Dorothy, Künstlername Destiny, arbeitet zusammen mit der beliebten und super attraktiven Ramona in einem Stripclub. Zu den besten Kunden gehören die großen Fische der Wallstreet, die nachts Scheinchen um Scheinchen fliegen lassen. Zusammen rocken die beiden die Nacht – doch dann trifft die Finanzkrise auch ihr Business: Die großen Haie bleiben dem Club fern und damit schrumpft das Gehalt auf quasi Null. Das Leben ohne Geld, ohne Versicherung, mit Kind ist hart und ihre Wege trennen sich – als sie sich zufällig wieder begegnen, hecken Ramona und Dorothy einen verteufelten Plan aus. Drogen, Tanzen, Alkohol – die Kasse soll voll werden …

Der Eindruck

Dass es vorrangig um Gemeinschaft innerhalb einer kleinen gruppe scheinbar Ausgestoßener geht und um das ‘sich gegenseitig durch das doch eher ruckelnde Leben begleiten’, macht der Film von Anfang an klar. Der gemische Cast ist sehr gut aufgestellt: Cardi B, Lili Reinhart, Jennifer Lopez, Constance Wu, Julia Stiles.

Kommuniziert werden soll, dass Frauen, die aus gesellschaftlicher Sicht nicht in die Management- oder Business-Riege passen, sehr wohl smart genug sind, um deren Management-Methoden auf ihr eigenes Geschäft übertragen können. Das ist ganz nett, aber aus finaler Sicht leider nervig – denn im Endeffekt sind die Methoden kriminell und gefährlich. Schade, denn so ist das ein Bericht über kriminelle Tänzerinnen. Klischees bestätigt, juhu!

Stattdessen hätte der Film sich auf soziale Missstände konzentrieren können und nicht die großen weißen Finanzhaie als genau diese darstellen. Die Interpretationsräume hierfür wären dabei vorhanden gewesen, denn der reale Hintergrund basiert auf lediglich einem Zeitungsartikel. Ganz im Gegenteil werden Opfer porträtiert, mit denen man als Zuschauer Mitleid empfinden muss – einem Vertreter der typischen weißen Mittelschicht, der wirklich kein typischer Bordell-Besucher ist und trotzdem um alles gebracht wird. Das macht die Mädels unsympathisch, dabei sind sie eigentlich selbst Opfer ihrer Umstände und werden durch ein einzelnes kriminelles Element angestiftet.

Damit leider ein Film, den es einfach nicht gebraucht hätte.

HUSTLERS

Seit dem 10. April im Vertrieb von LEONINE in den gängigen Formaten fürs Heimkino erhältlich.

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