Worte des Lichts

Die Welt Roschar befindet sich im Krieg – ein müder Krieg, der mehr aus Machtspielen und Intrigen besteht. Mittendrin: Drei Personen, die Roschar vor den Bringern der Leere behüten müssen. Helden? Mitnichten. Der Kampf? Scheinbar nicht zu gewinnen. Aufgeben? Keine Option!

Jasnah erlebt mit, wie das Volk der Parshendi ihren Vater, den König von Alethkar ermordet – und deren Botschafter hinterher nicht einen Fluchtversuch unternehmen. Das ist nun sechs Jahre her. Der Krieg zwischen den Völkern intensiviert sich im Laufe der Zeit immer mehr und hebt sich allmählich seinem grausamen Höhepunkt entgegen. Sollte man zumindest meinen, denn der große Schlachtenplan ist mittlerweile erstarrt: Auf der zerschmetterten Ebene stehen sich die Großprinzen gegenüber und vergeuden ihre Zeit mit der Suche nach Edelsteinherzen.

Dabei kommen sie sich ins Gehege und zermürben ihr eigenes Bündnis, das bald in einzelne Fraktionen zerfällt. Die Machtspiele haben begonnen! Intrigen werden gesponnen, sie lügen, täuschen, verraten und verlieren. Die Bringer der Leere verschwinden aus ihrem Blick und werden so zu einer stillen, aber immer noch schrecklichen Gefahr. Denn mit ihnen kommt der Ewigsturm, der die Zivilisation auslöschen und die Welt Roschar auf den Anbeginn der Zeit zurücksetzen wird … Derweil befindet sich Schallan auf der Reise mit Jasnah, die sie als kühl, stets kontrolliert und mächtig empfindet. Ein Muster taucht auf, das mit ihr in Kontakt treten möchte. Ein besonderes Muster, denn Schallan ist die erste Person seit Jahrhunderten, die mit einem Lügenmuster kommunizieren kann … Kaladin ist indes zum Leibwächter des Königs ernannt worden und prompt gibt es erste Anschläge auf dessen Leben. Dann stellt ein Unbekannter dem König ein Ultimatum und Kaladin muss herausfinden, wer hier im Geheimen an dem Strick für den König knüpft …

Die Kritik

Bei “Die Worte des Lichts” handelt es sich um Band 3.1, da das englische Original geteilt wurde. Auch so kommt das Buch auf stolze 974 Seiten. Vorher sollte man unbedingt “Der Weg der Könige” und “Krieger des Feuers” lesen, denn sonst wird der Einstieg sehr schwer. Wer die beiden Bücher lesen möchte, bekommt in “Die Worte des Lichts” durch Rückblicke viel verraten, sollte also tunlichst die Chronologie einhalten.

Was man bei Brandon Sandersons Werk findet? Große Charaktere mit politischen Machtspielen, die von einfach und übersichtlich zu ziemlich komplex reichen. Fokus liegt in diesem Band eher auf Schallan, die sehr oft als Perspektivcharakter in Erscheinung tritt. Es wird aber auch Zeit dafür, denn ihre Person befindet sich auf einem neuen Lebensweg und wird sich deutlich weiterentwickeln. Welche Entwicklungsschritte das sind und warum sie so wichtig sind, dafür nimmt sich Brandon Sanderson auch gut Zeit – ohne, dass dem Leser langweilig wird. In der Perspektive wechselt sich Sanderson weiterhin mit Danilar und Kaladin ab, sodass endlich alle Hauptcharaktere quasi beieinander sind.

Was absolut nicht unter den Tisch fallen darf, ist die Gestaltung des Buchs – die den Preis wirklich rechtfertigt. Abgesehen davon, dass es fest gebunden ist und einen farbigen Umschlag hat, findet man auf der Umschlaginnenseite eine bunte Karte, die dem Leser eine Übersicht von der Welt Roschar gibt. Außerdem finden sich im Buch immer wieder Illustrationen, die zur Handlung gehören. Auf der hinteren Umschlaginnenseite gibt es außerdem eine bunte Zeichnung von Schallan. Solche Details festigen das Fantasy-Universum, das sich Brandon Sanderson mit den Romanen in Roschar so erfolgreich aufgebaut hat – vollkommen zurecht eine der besten Erzählungen, die die Fantasy-Welt derzeit zu bieten hat.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Brandon Sanderson. Die Worte des Lichts.
Heyne. 24,99 Euro.

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