Wetzt eure Äxte!

Denn wie sonst könnte man bei der dritten Staffel von Vikings standesgemäß mitfiebern, wenn sie auf Raubzüge gehen oder die Lieben ihres Lebens an Odin verlieren? Richtig, ein bisschen Met gehört sicherlich auch dazu …

Alle Bilder: 20th CFHE

Ragnar Lothbrok hat eine einzigartige Karriere hinter sich: Als Farmer geboren wird er ein gefürchteter Krieger, segelt als Erster nach England, heiratet eine Prinzessin und wird sogar noch König der Wikinger. Doch er hat keinen Bock, sein Leben und das seiner Familie bei den ständigen Plünderfahrten aufs Spiel zu setzen. Das Angebot von König Egbert, sich auf fruchtbarem, englischen Boden niederzulassen, ist ihm daher sehr willkommen. Doch der stellt quasi eine Bedingung: Er will sein Königreich auf Kosten der Wikinger vergrößern – sie sollen die Gebiete für ihn erobern. Und wieder sieht sich Ragnar ständigem Schlachtgetümmel ausgesetzt, verliert so manchen Rückhalt bei seinen Leuten und muss Freunde an Odin abtreten. Und dann? Ist es noch lange nicht vorbei, denn der König von Wessex hat sein Auge auf Paris geworfen!
Sein Sohn hat derweil die überragenden (nicht!) Sozialkompetenzen seines Vaters geerbt und eine junge Frau gefunden, die des Heiratens würdig ist. Die hat sicherlich ihrerseits den sturen Schädel ihres Vaters geerbt und geht trotz Schwangerschaft mit in den Kampf um das neue Land …

Die Kritik

Die Serie punktet auch in dieser Staffel wieder mit unfassbar sympathischen Charakteren: Die Art, wie Ragnars Sohn seine Freundin um ihre Hand bittet. Oder ein Wikinger lamentiert, dass er zwei Frauen geschwängert hat, die sich auf den Tod nicht ausstehen können. Oder wie Ragnar mit einem weinerlichen, englischen Prinz umgeht. Alles Szenen, bei denen man herzhaft und zugegebenermaßen auch ziemlich dreckig lachen kann und darf und muss.

Zwischendurch erscheinen die Folgen allerdings sehr sprunghaft. Es geht von einer Winterszene vollkommen überraschend zu einer, in der der Schnee weg ist und die Drachenboote aus dem Heimathafen aufbrechen. Punktabzug gibt es auch für die übernatürlichen Elemente. Ganz am Anfang der ersten Serie erfährt man, dass Ragnar angeblich von Odin abstammt und ihn sieht, wie er über ein Schlachtfeld schreitet. Da die Götter der Wikinger aber sehr körperlich waren, sehr menschenähnlich also, war es das auch mit religiösen Erscheinungen in der Realität und in der Serie. Jetzt bekommen mehrere Frauen prophetische Träume, die für den laienhaften Zuschauer nicht wirklich leicht zu deuten sind. Leider sind sie oftmals die letzten Szenen einer Episode, sodass ein rätselnder Zuschauer hinterlassen wird.

Die inhaltliche Wendung zu Paris mag exotisch erscheinen, da London doch so viel näher liegt. Andererseits durchbricht die Serie damit eine etablierte Gedankenwelt und fordert den Zuschauer heraus, es der Staffel 3 gleich zu tun – das hält die Spannung, Neugier und die Leute bei der Stange. Nicht zuletzt haben wir aber alle ein Faible für Ragnar und Rolle und müssen allein deswegen schon schauen, wo die Nornen unsere Helden hintreibt.

Spannende, geschmackvolle und interessante Fortsetzung zum mitfiebern, Fingerkuppen kauen, freuen und amüsieren!

Bettina Riedel (academicworld.net)

VIKINGS, Staffel 3
10 Episoden

Ab dem 18. August erhältlich als DVD, BD und digital im Vertrieb von 20th Century Fox Home Entertainment fürs Heimkino!

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