Wenn Engel hassen

Seit Mitte Februar gibt es die erste Staffel von DOMINION fürs Heimkino – und ab dem 18. März ist auch schon die zweite Staffel im Handel. Bleibt nur eine Frage: Was taugt die Serien-Fortsetzung des Kinofilms LEGION?

Bild: 2015 Syfy Media, LLC
Bild: 2015 Syfy Media, LLC

Gott ist verschwunden. Seine jähzornigen Kinder haben daraufhin die Welt der Menschen mit einem katastrophalen Krieg überzogen und immerhin rekordmäßig fast 6 Milliarden Menschen Himmel, Fegefeuer oder Hölle zugewiesen. Die übrigen 2 Milliarden leben auf der ganzen Welt verstreut. In den ehemaligen USA gibt es noch einige Bastionen der Menschen: Delphi und Vega beispielsweise. Dort hält sich auch der Erzengel Michael auf, der sich auf die Seite der Menschen geschlagen hat. Sein Zwillingsbruder Gabriel hat aber was gegen die Menschen und glaubt, sie vernichten zu müssen, um Gott wieder zurück in ihre Leben zu holen. Mittendrin lebt Alex, seines Zeichens ein Soldat von Michael. Bis sich herausstellt, dass er der Auserwählte ist – und gemäß Prophezeiung die Menschheit retten soll.

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Die beiden Damen, die sich in der zweiten Staffel gegenüberstehen: Rebellion und alteingesessene Führerschaft rund um eine Stadt, die jederzeit in einen Bürgerkrieg verfallen könnte. Bilder: 2015 Syfy Media, LLC

Achtung, potenzieller Spoiler für Dominion-Neulinge: In der ersten Staffel musste Alex sich gegen die verschiedenen Parteien innerhalb von Vega verteidigen, die entweder nicht an ihn glaubten oder sich von ihm bedroht fühlten. Zwischendrin verliebte er sich in die Tochter des Generals, der Vega seit dem Krieg anführt. Am Ende tickt Michael so richtig aus, tötet einige seiner Freunde in Vega und flieht Hals über Kopf. Hat die Menschheit ihren himmlischen Beschützer verloren?

In der zweiten Staffel hat Alex die Stadt verlassen, weil Gabriel sie sonst zerstört hätte – denn der Erzengel will die Tattoos von Alex natürlich selbst entziffern. Und danach nach wie vor die Menschheit vernichten – was auch sonst. Michael treibt sich derweil im ländlichen Amerika herum und findet eine kleine Stadt, die wie ein Wunder von den Eight Balls verschont bleibt. Ein geheimnisvolles Feuer auf den Marktplatz schützt die Stadt – sind hier falsche Propheten am Werk? Seine Neugier ist jedenfalls geweckt. In Vega breitet sich die Rebellion aus und spaltet die Stadt in zwei Lager: Reich und bewaffnet gegen arm, aber mit den Lagerhäusern ausgestattet. Wenn das mal kein Konfliktpotenzial in sich trägt …

Die Kritik

Als absoluter Science Fiction Highlight kann man die Serie nicht bezeichnen. Das grundsätzliche Setting ist interessant, die Bilder und Hintergründe sehr gut, die Schauspielleistung durchschnittlich bis ganz gut. Die Darstellerin Kim Engelbrecht (Noma) spielt ihre Kollegen so richtig an die Wand, Roxanne McKee sollte definitiv mal an der Vielseitigkeit ihrer Mimik arbeiten: Mehr als Lächeln und Winken gibt es bei ihr tatsächlich nicht. Dabei sollte sie eine politische Anführerin mimen und nicht nur das verwirrte Kätzchen, dessen Vater verloren ging. Um Längen besser gibt sich da Christina Chong als die Anführerin der Rebellen.

Inhaltlich spinnt sich die Handlung ganz gut weiter: Es kommen neue Gegenspieler auf das Schachbrett, die man so erst mal kennenlernen muss. Es wirkt auch so, als würde eine „krampfhafte-alles-wird.gut“-Linie krampfhaft vermieden. Es wird also blutiger, brutaler und kompromissloser. Trotzdem greift die Serie einfach nicht so recht. Im Vergleich zur ersten Folge der ersten Staffel hat sich die Qualität definitiv verbessert – mitreißend, faszinierend oder wenigstens schockierend ist sie dennoch nicht.

Das Fazit: Zu Farblos, zu wenig packend. Keine Serie, die man gesehen haben muss.

Bettina Riedel (academicworld.net)

DOMINION, Staffel 2

Seit dem 18. März als DVD und BD im Vertrieb von Pandastorm Pictures im Handel erhältlich.

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