Teuflische Verwicklung

Als Leibwächterin der Verlobten eines reichen finnischen Geschäftsmanns begleitet Hilja diese zum Skifahren in die Schweiz. Dort lernt sie auch deren Vater kennen. Der allerdings ist kein anderer als der russische Waffenhändler Gezolian, der von ihrem als vermisst geltenden Exfreund David Stahl, einem Europol-Agenten, betrogen wurde. Unweigerlich gerät sie zwischen die Fronten.

Es wäre ja richtig schön, als Leibwächterin einer jungen reichen Frau einfach nur seinen Job machen zu können. Sie etwa bei ihren Hochzeitsvorbereitungen in die USA und nach Finnland zu begleiten. Wäre da nicht ihr Vater, der russische Waffenhändler Gezolian. Der hat auch Interesse an Hilja, aber nicht als Person oder Leibwächterin an sich, sondern als Lockvogel für deren Exfreund David. Der hat Gezolian nämlich um illegales radioaktives Material gebracht. Eigentlich vermisst, ist er tatsächlich aber noch am Leben und nimmt in der Schweiz wieder Kontakt mit Hilja auf.

Einen ganzen finnischen Frühling lang muss die Heldin einen ständigen Balanceakt zwischen ihrem eigentlichen Job als Leibwächterin der Braut und gegängeltem Werkzeug Gezolians vollbringen. Dazu kommen auch noch die Schatten der Vergangenheit in Form von alten Kollegen und Familie mit ins Spiel, denen sich Hilja stellen muss. Der eigene Vater, der ihre Mutter ermordet hatte, kommt wieder auf freien Fuß! Der vertrauenswürdige Kollege geht für immer. Ist die kleine Halbschwester in Gefahr? Und – wo ist David und was ist los mit ihm? Wem kann sie vertrauen und wem nicht – das ist eine immer wieder sehr schwere Entscheidung.

Die Kritik

Anfänglich kommt man, gerade bei den vielen finnischen Namen, recht schwergängig in den Trott der Geschichte. An die komplizierten Namen muss man sich also erst einmal gewöhnen, aber dann liest sich das Buch flüssig und zügig durch. Da hilft natürlich auch der gute Spannungsbogen, den die Autorin gekonnt aufbaut.

Das Nest des Teufels ist ein Thriller mit wirtschaftlichen und politischen Hintergrund. Eine Heldin mit ausgeprägter Paranoia und gleichzeitig mit Sehnsucht nach vollkommender Ruhe und Glück. Obwohl es das Finale der „Leibwächterin-Trilogie“ ist, ist es auch als eigenständiges Buch verständlich und gut zu lesen. Wer die Vorgänger kennt, hat trotzdem mehr Spaß.

Cornelia R. (academicworld.net-userin)

Leena Lehtolainen. Das Nest des Teufels.
19,95 Euro. Kindler Verlag.

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