S. R. A. (alias S. R. M.)

Gaga ist gar ein Ausdruck für die Weise, wie sich der Cop Bruce fühlt. In einem bizarren Missbrauchsfall nehmen Kutten tragende Anhänger Satans als Verdächtige viel zu viel Raum ein. Es dauert nicht lang, bis er in einem Chaos aus Angst, Hysterie und Wahnsinn steht und selbst nicht mehr was, was nun real ist …

Das Mädchen, der Psychologe und der Cop - nur: Wer lügt hier? Bild: Tobis Film
Das Mädchen, der Psychologe und der Cop – nur: Wer lügt hier? Bild: Tobis Film

John Grey, ein Trunkenbold, Witwer und Automechaniker, wird 1990 überraschend auf die Polizeiwache bestellt. Der Reverend der Gemeinde hat sich mit der Polizei in Verbindung gesetzt – Johns Tochter, Angela, wohnt ab sofort bei ihm in der Kirche. Der Polizeichef übergibt ihm die unterschriebene Erklärung seiner Tochter, die die grausamen Misshandlungen bis ins Detail beschreibt. Das Problem: Ihr Vater erinnert sich an gar nichts.

Die Geschichte lässt sich nicht unter Verschluss halten, denn die Bevölkerung ist in Alarmbereitschaft. Die Presse giert nach sensationellen Berichten, die Leser und Zuschauer ihrerseits auf die vermeintliche Wahrheit, frisch serviert, am besten direkt aus dem satanischen Ritual.
Lügt Angela, um sich von ihrem miserablen Leben zu befreien? Würde sie so weit gehen, ihren Vater ins Gefängnis zu bringen? Regressive Hypnose bei allen Beteiligten soll dabei helfen – doch wie gut hilft unerforschte Wissenschaft, wenn es um Bereiche wie Gott oder Satan geht? Unter der Hypnose sieht John nämlich eine verschwommene Gestalt, die er als George Nesbit identifiziert. Ein Cop, ein Freund der Familie. Wie tief reicht die satanische Sekte in diesem kleinen Dorf? Und was wollen die von Bruce?

Die Kritik
Wie jeder einigermaßen gute Horrorfilm spielt REGRESSION mit einer tiefsitzenden Angst: Die Angst, sich selbst zu verlieren. Was ist, wenn man Dinge tut, an die man sich nicht erinnert? Wer sind wir, wenn wir uns selbst nicht kennen? Wozu sind wir fähig? Am Ende passt REGRESSION allerdings nicht in die Schublade für Horrorfilme, sondern ist eher nett gruselig. Was ja nicht verkehrt ist, nur sollte man das vorher wissen.

Leider ist es anfangs gar nicht so einfach rauszubekommen, was real ist und was nicht. Deshalb scheint es, als gäbe es einige Mängel der Logik im Film. Wenn Bruce ein Messer in die Hand bekommt und es nicht dazu nutzt, seine Peiniger anzugreifen beispielsweise. Diese Szenen ergeben auch nach dem Ende noch wenig Sinn, denn die Zweifel hätten an sich auch in den 90ern durch einige Laborprozess eindeutig verifiziert werden können oder aber negiert. Von diesen Szenen gibt es in etwa drei Stück. Hinterher merkt der Zuschauer, dass genau diese Momente entscheidend sind für den Fortgang der Geschichte. Würden die Hauptpersonen hier sich nicht ihrem unlogischen Verhalten hingeben, wäre der Film allerdings extrem kurz.

Gibt es denn das ultimativ Böse am Ende? Sicher? In jedem von uns.
Fazit: Kein echter Schocker, nicht wirklich tiefgreifend, bleibt relativ oberflächlich und damit leider kein Film, den man gesehen haben muss.


Bettina Riedel (academicworld.net)

Regression

Ab dem 26. Februar im Vertrieb von tobisfilm auf DVD und BluRay erhältlich.

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