Robofights und große Gefühle

Hugh Jackmann als desillusionierter Antiheld, der nach und nach eine Beziehung zu seinem Sohn aufbaut, den er bis dato kaum kannte. Dazu spannende Roboterkämpfer in einer gar nicht so fernen Zukunft. Ab dem 12. April ist der Science-Fiction-Action-Knaller Real Steel mit einer guten Portion Gefühlskino auch im Handel erhältlich.

Es gab eine Zeit …

Lang, lang ist es her … Einst war Charlie Kenton (Hugh Jackman) ein erfolgreicher Boxer, der die Massen begeisterte. Inzwischen lechzen die Zuschauer aber nach einer anderen Art der Unterhaltung. An die Stelle von Menschen aus Fleisch und Blut sind nun hochmoderne Roboter getreten, die in actiongeladenen Fights aufeinander eindreschen, bis das Öl in Strömen fließt. Desillusioniert vom Leben und ohne große Hoffnung auf Veränderung versucht Charlie nun in einer Zeit klarzukommen, in der Typen wie er keinen Platz zu haben scheinen.

In Untergrundkämpfen tritt er mit zweitklassigen Kampfrobotern an, um sich und seine Freundin über Wasser zu halten. Doch er verliert beinahe jeden Kampf und an allen Ecken warten die Gläubiger. Da kommt es ihm auch nicht sonderlich gelegen, dass er sich nach dem Tod seiner Ex-Freundin plötzlich um seinen Sohn Max (Dakota Goyo) kümmern soll, den er kaum kennt. Doch auch Max interessiert sich für die Roboterkämpfe. Und so entwickelt sich dank der gemeinsamen Leidenschaft langsam eine richtige Beziehung zwischen Vater und Sohn. 

Als Max auf einem Schrottplatz das Roboterwrack „Atom” aus dem Schlamm ausgräbt, scheinen die beiden zunächst nicht unbedingt das große Los gezogen zu haben. Was aber zunächst keiner geglaubt hat, wird plötzlich Wirklichkeit. Atom gewinnt einen Kampf nach dem anderen. Und schon bald wird er zum ernsthaften Konkurrenten des scheinbar unbesiegbaren Zeus. Es kommt zum ultimativen Showdown … 

Die Fights der Zukunft 

Ultimatives Robotergemetzel in Verbindung mit großen Gefühlen? Wer bei dieser Mischung an „Transformers“ denkt, liegt nicht ganz falsch. Doch auch in Real Steel funktioniert diese scheinbar unvereinbare Kombination ganz gut. Die Kampfszenen sind so liebevoll choreographiert, dass die Roboter in vielen Szenen beinahe menschlich anmuten. Man merkt durchaus, dass sich die Macher mit dem ehemaligen Box-Weltmeister Sugar Ray Leonard einen echten Könner seines Fachs mit ins Boot geholt haben. Die Bewegungen der Maschinen ähneln denen von menschlichen Boxern tatsächlich sehr.

Familiengeschichte

Im Zentrum des Films aber steht natürlich die Beziehung zwischen Charlie und seinem Sohn Max. Es ist anfänglich ungewohnt Hugh Jackman in dieser Loserrolle zu sehen – zu eng ist mit seiner Person doch die Figur des furchlosen Wolverine verknüpft. Doch auch die Rolle des vermeintlich gescheiterten Charlie mimt Jackman überzeugend. Auch Dakota Goyo spielt seine Rolle gut. Bestätigt er doch mit seiner Leistung den positiven Eindruck, den er bereits vorab als junger Thor hinterlassen hat. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren hat dabei eine ganz eigene Dynamik.

Zunächst können die beiden nicht viel miteinander anfangen. Charlie ist es gewohnt niemandem gegenüber Rechenschaft abzulegen und sein eigenes Ding durchzuziehen. Max hält seinerseits anfangs nicht viel von seinem Vater, der seine Mutter früh verlassen hat. Doch das ändert sich schnell – Max schaut plötzlich zu seinem Vater auf, wie es viele Kinder tun – voller Stolz. Diese Geschichte vom Loser, der aus dem Nichts zum Star wird klingt nicht unbedingt völlig neu – und das ist sie mit Sicherheit auch nicht – dennoch wirkt sie zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig. Es ist schön mit anzusehen, wie sich die beiden langsam annähern. Auch wenn das Mittel hierfür die „Roboterkämpfe“ sind, tut das dem guten Gesamteindruck dennoch keinen Abbruch. Eine moderne Rockyversion mit Happy End, die gut zu unterhalten weiss.  

Fazit: Real Steel ist ein gelungener Action-Blockbuster vom Macher der „Nachts im Museum“-Filme, der den Zuschauer bis zum Schluss bei Laune hält und auch geeignet ist, Roboskeptiker schnell von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Thomas H. (academicworld.net)
    

Real Steel

Regie: Shawn Levy

Mit Hugh Jackman, Dakota Goyo, Evangeline Lilly

Ab dem 12. April im Handel.

Im Walt Disney Verleih

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