Rettungsmission, Klappe die …

No Age Fantasies sind immer noch „all the rage“. Ihr Problem – Ungeduld der Leser. Oftmals müssen Fortsetzungen einer Buchserie also möglichst schnell aus dem Nichts gezaubert werden. Dass darunter die Qualität leiden kann, ist klar. Wie schaut es also bei OPAL aus, Band 3 der Obsidian-Reihe?

Katy und Daemon haben es endlich auf die Reihe gekriegt: Das frisch verliebte Pärchen läuft Händchen haltend durch die Gegend. Wäre da nicht das Verteidigungsministerium, das einen unbekannten Plan verfolgt, möglicherweise all ihre Freunde und Familie auslöschen wird – und nicht zuletzt die Aurum. Sie sind eine permanente Bedrohung für den zerbrechlichen Frieden, den Katy sich in der kleinen Stadt unweit des großen Quarzblocks aufgebaut hat. Dee? Redet seit Adams Tod nicht mehr mit ihr. Dawson? Leidet ein bisschen unter PTSD und schwankt zwischen rationalem Wesen und psychologisch höchst interessant.

Die Kritik

Das Fazit vorab: Opal ist tatsächlich das schwächste Buch der Reihe bisher. Das liegt an einem einzelnem großen Punkt: Die erste Hälfte des Buchs besteht aus einer Streitszene zwischen Katy und Daemon, die sich inhaltlich immer wiederholt. Irgendwann will man einfach, dass man das Buch endlich fertig gelesen hat. Etwas interessanter wird es erst später und nein, damit meine ich nicht die zaghafte körperliche Annäherung zwischen den beiden.

Das ist sehr schade, denn der Plot hat viele Punkte, um die man eine sagenhafte Geschichte spinnen könnte. Das Verteidigungsministerium ist involviert und könnte eine hervorragende politische Kulisse abgeben. Dee taucht nur auf, wenn die Autorin zeigen möchte, dass sie nicht mit Katy redet. Ash fungiert als Auslöser, um 10 Mal zu sagen, dass Katy sich im Vergleich zu ihr nicht hübsch findet. Katy selbst? Ist ein hormongesteuerter Teenager, der nur auf Daemon fixiert ist. Hier liegt so viel Potenzial, das leider nicht genutzt wurde. Damit verkommt OPAL leider zu einer durchschnittlichen Teenie-Liebesgeschichte -. Und das, obwohl Band 1 und 2 so unglaublich vielversprechend waren.

Wenigstens das Ende rettet das Buch etwas über den bisher flachen Handlungsverlauf hinaus. Es bietet einen Cliffhanger, der eine gewisse Neugier entstehen lässt – weil sich damit ein Themengebiet ins Zentrum stellt, über das man als Leser bisher nicht viel erfahren hat. Dafür müssen wir aber wohl auf Band 4 warten. Der wird „origin“ heißen und erscheint pünktlich zu Weihnachten am 18. Dezember.


Bettina Riedel (academicworld.net)

OPAL – Schattenglanz. Jennifer Armentrout.
Carlsen Verlag. 19,99 Euro.

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