Musikalische Biografie

Was lange währt, wird endlich gut – gilt das nicht nur für Wein, sondern auch für Musik? Immerhin hat es einige Jahre gedauert, bis Yusuf – also Cat Stevens – sein aktuelles Album auf den Markt gebracht hat. Was wir davon halten, lest ihr hier.

Ein bisschen neugierig kann man schon sein, wenn ein erfolgreicher Musiker namens Cat Stevens sich plötzlich in Yusuf umbenennt und die Religion wechselt – gerade in diesen politischen Zeiten. Die Frage nach dem ‚Wieso?‘ dürfte sich mittlerweile hinreichend geklärt haben. 

Bleibt noch eine andere: Warum hat es fünf Jahre gedauert, bis ein neuer Tonträger erscheint? Pünktlich ist es ja insofern, als dass der Künstler kürzlich in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Wer deswegen jetzt viel Pepp und Rock’n’Roll erwartet, muss bei dem neuen Album aber einen Gang nach hinten schalten. Fakt ist: Es gibt zehn neue Aufnahmen – die zum Teil aus Covern bestehen.  Das liegt aber nicht etwa an mangelnder Kreativität, sondern an der Reise zurück zu Cat Stevens‘ Wurzeln: American Blues und R&B der frühen Jahre, das war sein Metier. Texte über Freiheit, natürlich auch Frieden und gesellschaftliche Hoffnungen für eine moralisch bessere Zukunft. Und genau das findet sich in ebenjenen 10 Songs wieder. 

Sie sind ein bisschen minimalistisch produziert, aber genau daran erkennt man den Fokus: Ein Mann, seine Texte und eine Gitarre. Es braucht nicht immer einen halben Zirkus, um eine gute Show abzuliefern.

Für alle, die wieder Bock auf ein echtes Stück Musik ohne Pomp und Trara haben. Streckenweise leider etwas zu flach. Vielleicht hätte ein besseres Verhältnis zwischen Cover und neue Songs gut getan. So ist „Tell ‘em I’m gone” eine angenehme Reminiszenz der musikalischen Karriere eines zu Recht einer der besten Performer der vergangenen Tage ist – und immer noch weit vorne dabei.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Tell ‘em I’m gone. Yusuf.
Sony Music.

www.YusufCatStevens.com

Seit dem 24. Oktober im Handel erhältlich

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