Horror-Trip

Gegen Disney kann man nun wirklich jederzeit intelligent wettern – quietschbunt, alles wird gut und Geld kostet es einiges. Vor allem die Disney-Worlds sind so eine Sache. “Escape From Tomorrow” thematisiert genau das – und erweist sich als der viel größere Verlierer.

Happy Happy Sunshine World! In Schwarz Weiß.

Einige Tage Spaß und Vergnügen hat sich Jim versprochen, als er mit seiner Familie zu einem der bekanntesten Freizeitparks aufbricht. Doch in der bonbonbunten Welt des Parks beginnt er allmählich, die Kontrolle darüber zu verlieren, was Wirklichkeit und was alptraumhafter Wahn ist. Sind die Park-Prinzessinen nebenbei Edelprostituierte? Was genau wird im “Neuland” getrieben? Und wer sind die beiden französischen Mädchen, die ihm immer wieder über den Weg laufen?

Wenns ganz absurd wird …

Die Kritik

Die große Frage einer Filmkritik lautet ja meistens: Worum soll es in diesem Film gehen? Hier lässt sich leider keine wirkliche Antwort finden. Soll es eine Kritik an der “bonbonbunten Welt” sein? Na wie gut, dass sie im gesamten Bild lediglich schwarz weiß gezeigt wird. Die beiden französischen Mädchen sollen Teenager darstellen, die immer wieder durchs Bild hüpfen. Der liebe Familienvater verschaut sich ein bisschen in sie und stalkt sie fortan und das macht aus Jim ein ziemliches Ekelpaket. Nicht mehr, nicht weniger.

Eine andere Bedeutung misst der Zuschauer den beiden Mädchen auch nicht bei, also ist das auch sinnfrei abgehakt. Wenn der geneigte Familienvater dann durch die Geisterbahn fährt, seine Tochter ruhig bleibt und er fast ausflippt – dann hat er wohl Fratzen statt lächelnden Figuren gesehen. Aha. Mehr fällt mir dazu leider nicht ein. Blickt er hier etwa hinter die Kulissen? Bei einem Vergnügungspark muss da sicherlich Hölle pur herrschen! Oder so. Das dient Jim gleich mal als Ausrede für einen Seitensprung. Dann wird ein nicht so subtiler ‘Seitenhieb’ auf Siemens gestaltet, der einfach bar jeder greifbaren Bedeutung ist.

Jetzt kann es natürlich sein, dass der Film furchtbar intelligent ist und ich es einfach nicht verstanden habe. Da es dem Großteil der anderen Zuschaueer aber genauso geht, liegt es ja vielleicht gar nicht an uns. Wie soll man einen Film verstehen können, wenn man ihm schon nicht folgen kann? Das ist wohl das zentrale Problem bei Escape from Tomorrow. Da hilft es auch nicht, dass der Film im Guerilla-Stil gedreht wurde, so ganz ohne Erlaubnis (wooooow! nicht.).

Fazit: Unverständlich, nicht zusammenhängend, schlecht gemacht. Geht von dem Geld lieber Eis essen.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Escape From Tomorrow

Darsteller: Roy Abramsohn, Annett Mahendru, Elena Schuber

Regie: Randy Moore

Seit dem 23. April als DVD und BluRay im Vertrieb der Koch Media im Handel erhältlich

Share.