Hernán Rivera Letelier: Die Filmerzählerin

Ein kleines Mädchen wird für ihren gelähmten Vater zur besten Geschichtenerzählerin des ganzen Dorfes. Einfühlsam und empfehlenswert.

Der Vater der Ich-Erzählerin ist seit einem Arbeitsunfall gelähmt und alleinerziehender Vater von fünf Kindern. Seine große Leidenschaft ist das Kino, doch da er nicht mehr arbeiten und sich keinen Rollstuhl leisten kann, wird schließlich ein Wettbewerb ins Leben gerufen: Seine Söhne und seine Tochter gehen nacheinander ins Kino und müssen dann den gesehenen Film möglichst detailreich nacherzählen.

María Margarita, die einzige Tochter und jüngste der Kinder, geht als Gewinnerin aus dem Wettbewerb hervor und ist nun nicht nur die beste Filmerzählerin der Familie, sondern auch bald die beste in der Häuserreihe und schließlich des gesamten Dorfs.

 

Klare Sprache und lebendige Protagonisten

Aufgrund der klaren Sprache und der sehr kurzen Kapitel hat man ‘Die Filmerzählerin’ im Nu durchgelesen. Trotz der Kürze gelingt es dem Autor hervorragend, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen und sie glaubwürdig zu charakterisieren. Am Anfang wirkt der Roman noch wie eine unterhaltsame, unschuldige Geschichte, im weiteren Verlauf verliert das Buch jedoch (glücklicherweise) seine etwas naive Leichtigkeit.

 

Fazit: Ein dünnes Büchlein, das sich schnell liest und das dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Sehr empfehlenswert!

 

104 Seiten
Insel Verlag; Auflage: 1 (20. Februar 2011)

14,90 Euro

 

 

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