Die größten wissenschaftlichen Irrtümer in einem Lexikon

In dem kleinen kompakten Büchlein fasst Reiner Ruffing die größten wissenschaftlichen Irrtümer aus den Bereichen Medizin, Biologie, Genetik, Physik und Geschichte zusammen.

Kleines Lexikon wissenschaftlicher Irrtümer

‘Es irrt der Mensch, so lang er strebt.’

In einem Vorwort beschreibt Ruffing verständlich und klar, was Wissenschaft bedeutet, was Falsifizierung und Verifizierung bedeuten, wie Theorien überprüft werden, welche Fehler dabei passieren können. Dabei werden zudem Sichtweisen verschiedener Philosophen (z.B. Nietzsche, Heidegger, Wittgenstein, Popper) näher erläutert. Dieses Kapitel eignet sich auch für Laien sehr gut, um Zugang zu wissenschaftlichem Arbeiten zu finden, und hat mir gut gefallen.

Aufgedeckte Irrtümer der Menschheit

In den folgenden Kapiteln listet der Autor unterschiedliche Mythen und wissenschaftliche Irrtümer aus den Bereichen Medizin, Biologie, Genetik, Physik und Geschichte auf und geht hier häufig nicht nur auf den zentralen Mythos/Irrtum ein, sondern erklärt auch historische Hintergründe. Etwas schade fand ich, dass der Autor größtenteils Irrtümer ‘aufdeckt’, die allgemein bekannt sind (z.B. Kolumbus, Spinat, geozentrisches versus heliozentrisches Weltbild), und wenig Neues zu berichten hat. Des Weiteren gibt es im Buch keine Quellenangaben, wodurch der Autor (der Wissenschaft und Forschungsergebnisse

Verleiht Spinat wirklich Bärenkräfte? Das Lexikon verrät es.

sehr kritisch betrachtet und den Leser mehrfach zur Vorsicht aufruft) eine wichtige 

Grundregel wissenschaftlichen Schreibens verletzt. So kann der Leser nicht überprüfen, woher Ruffings Erkenntnisse stammen, ob sie richtig oder falsch wiedergegeben wurden.

Mein Resümee: Ein guter Einstieg, wenn man sich näher mit Forschung, Forschungsergebnissen und wissenschaftlichem Arbeiten auseinandersetzen will und wenn man sich genauer über populäre Irrtümer informieren möchte. Für diejenigen, die sich bereits intensiver mit dem Thema beschäftigt haben, ist das Buch meiner Meinung nach zu oberflächlich und bietet zu wenig Neues.

160 Seiten
Gütersloher Verlagshaus (25. Juli 2011)
12,99 Euro


Stand: August 2011

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