Die Formel für Erfolg

Man nehme einen Physiker, den Kalten Krieg, verfeindete Supermächte, rätselhafte Morde in der Gegenwart und eine “Weltenformel” – diese Konstanten passend in die Gleichung “Der Tod bin ich” eingesetzt – und schon hat man einen fabelhaften Thriller.

Die Formel für Erfolg

Vom München-Krimi zum Spionageroman

Der Münchner Autor Max Bronski ist mit diesem in Antje-Kunstmann-Verlag erschienenen Buch der Sprung vom München-Krimi hin zum ganz großen Verschwörungsthriller gelungen, ohne dass die schriftstellerische Qualität Bronskis darunter gelitten hätte.

Gekonnt verknüpft er häppchenweise physische Erkenntnisse mit einer stimmig konstruierten Rahmenhandlung und dem Geheimnis der sogenannten “Weltenformel”, die das Buch wie ein musikalisches Motiv durchzieht. Dabei gelingt dem unter Pseudonym Schreibenden ein Kunststück, um das ihn wahrscheinlich viele Lehrer beneiden dürften. In leicht verdaulichen Häppchen präsentiert Bronski physikalisches Grundwissen, das durch seine didaktische Erzählweise  verständlich bleiben und den Wissenshunger stillen.

Vom Kalten Krieg in die Gegenwart

Diese Passagen fügen sich harmonisch in den Kontext der Erzählung ein, die durch ihre komplexe Konstruktion besticht. Als große Klammer des auf vier Stücke aufgeteilte Werks dient ein in Bayern spielender Erzählstrang, der von Tino Senoner erzählt. Dieser ebenso eloquente wie verpeilte Gutsverwalter tut im Schloss Ottenrain seinen Dienst, bis sein Vorgänger der Schlossverwaltung liquidiert wird. Bei diesem Mord bleibt es nicht und Senoner kommt einem tödlichen Geheimnis auf die Spur, das in den Tagen des Kalten Krieges 1957 seinen Ausgang nahm. In den eingeklammerten Blöcken erzählt Bronski von drei Agenten, die ein Netz der Spionage im Nachkriegsdeutschland weben, in dem sich ein Physiker verfängt. Wie sich diese Erzählung mit der Rahmenhandlung verbindet erfährt der Leser im Laufe der Geschichte.

Spannung, Wissen und tolle Sprache

“Der Tod bin ich” schafft eine Symbiose aus Wissen und Spannung. Max Bronski gelingt ein spannendes Buch, das eine nun schon lange vergangene Epoche aufs Vortrefflichste mit einer spannenden Rahmenhandlung in der Jetztzeit verknüpft. Was darüber hinaus das Buch auszeichnet, ist sein hohes Niveau der Sprache. Gekonnt werden Senoner und alle anderen Protagonisten durch die verwendete Sprache charakterisiert und erhöhen den Lesegenuss ungemein.

Wer gut geschriebene Spannungsliteratur sucht, die zudem auch nachhaltige Bildungshäppchen serviert, der dürfte hier fündig werden!

Marius Müller (academicworld.net-User)

Max Bronski. Der Tod bin ich
16,95 Euro. Verlag Antje Kunstmann 
 

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