Der Doktor und die Zeit

Fans wissen natürlich Bescheid: Doctor Who ist eine der ältesten Fernsehserien überhaupt. Wer sich allerdings die frühesten Werke anschauen möchte, war bisher auf uralte Technik angewiesen – doch Stück für Stück erscheinen sie auch auf DVD … Jetzt neu: Das dritte Volume vom sechsten Doktor.

© BBC

Der Doktor macht gerade das, was er am Besten kann: Mit seiner Tardis durch die Zeit reisen und unbekannte Welten durchstreifen. Diesen Ausflügen wird ein plötzliches Ende gesetzt: Seine Zeitmaschine und er werden mitten aus dem Flug auf eine riesige Raumstation “entführt” – von seinem eigenen Volk. Zu seiner Überraschung erwartet ihn dort ein Gerichtsverfahren, das er als fingiert erkennt – aber nicht abschütteln kann. Scheinbar ist jemand hinter ihm her und hat all seine Fehler fein säuberlich aufgelistet – um ihm den Status eines Zeitreisenden abzuerkennen. Er soll gegen das oberste Gesetz der Zeit verstoßen und in die Geschicke anderer Welten eingegriffen haben. Dieses Gerichtsverfahren wird sein größtes Abenteuer, weil er sich hier dem ruchlosen Valeyard stellen muss, dessen Identität ein schockierendes Geheimnis für den Doktor birgt.

Die Kritik

Die Episode des Volume 3 vom sechsten Doktor stammt aus dem Jahr 1985 – entsprechend darf hier kein Zuschauer geschockt darüber sein, dass es mit der Bildauflösung manchmal hapert. Man sollte aber auch klipp und klar sagen, dass es eine Staffel “mittendrin” aus dem Doctor-Who-Universum ist und damit eher weniger geeignet, um als Zuschauer frisch einzusteigen. Für alle, die Doctor Who nur namentlich kennen: Die Serie gibt es seit 1963, aber seit 2005 gibt es eine moderinisierte Variante, die auch nicht in “Volumes” erscheint, sondern regulär in Staffeln. Wer sich einige Episoden als Neuling zu Gemüte führen möchte, sollte mit den neueren Folgen starten.

Für den Zuschauer ist es natürlich so, als würde er selbst eine kleine Zeitreise unternehmen – denn die menschlichen Charaktere in diesem Volume entstammen natürlich original den 80ern – das nenn ich mal Flashback für dünne Augenbrauen, Schulterpads und wilde Locken. Wer sich mit den Volumes auskennt, wird vor allem eines feststellen: Durch die Gerichtsverhandlung gibt es eine Storyline, die sich durch alle Episoden zieht, was für den Doktor aus dieser Zeit eher ungewöhnlich ist. Dadurch wird seine Person porträtiert und das sogar recht schonungslos: Manchmal ist er wirklich ein herzloses Stück Zeit, der das Risiko, sein Mädchen zu verlieren, durchaus in Kauf nimmt. Diese Betrachtung ist also etwas differenzierter und nicht ausschließlich pro-Hauptperson. 

Im Fazit muss ich eines deutlich sagen Für Fans ja. Für Fans ist die Serie witzig, unterhaltsam und macht Spaß. Wer den Doc noch nicht kennt, dürfte wenig Freude an diesem Volume aus dem Jahr 1985 haben.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 3

Ab dem 29. Juli im Vertrieb von Pandastorm Pictures / Pandastorm / WVG als DVD erhältlich.

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