Das Böse ist vielleicht zurück!

Attenzione! Es geht um Band 3 der Serie „Das Gewölbe des Himmels“. Denn Tahn Junell und seine Leute haben sich in eine recht missliche Lage manövriert: Kaum einer mag sie, niemand glaubt ihnen und in der Zwischenzeit gewinnt der verstoßene Gott an Macht und übernimmt bereits erste Überfälle aus dem Born …

Quietus, der ausgestoßene Gott ist Tahn Junell und seinen Leuten ein Born – nein, Verzeihung – ein Dorn im Auge. Doch aus dem Born kommen immer mehr der gefährlichen Bardyn geströmt. Das nehmen aber nur die Einwohner der Grenzregionen wahr – in der Regierungsstadt Decalam sitzen derweil die Könige und Regenten und glauebn sich weiterhin im Frieden. Die Liga der Edukation bekämpft die Sheson auf blutige Weise. Die Sheson sind sich nicht einig, wie sie reagieren sollen. Königin Helaina wird alt, aber will ihre Regierung nicht aufgeben. Roth (Liga der Edukation) glaubt wirklich nicht an die Bedrohung, möchte sich aber politisch etableiren und Helaine ausschalten. Deren Bruder sie übrigens auch. Im Übrigen kennt sie Tahn und glaubt ihm. Nur der restlichen Politiker nicht. Mira verliert ihre Fern-Eigenschaften und muss erst mal schauen, wie sie sich heilen (lassen) kann… An zu vielen Fronten gibt es zu viele aufreibende Scharmützel, während der große Krieg bereits seine Schlingen enger zieht …

Die Kritik

Wir lernen, dass hinter den Bergen, wo die Bardyn leben, noch andere Völker verknechtet wurden. Damit wird das Buch viel komplexer, denn statt einer simplen Bedrohung sieht sich Tahn und seine Gefolgschaft einer ebenso unterschiedlichen (parallel-)Gesellschaft gegenüber. Die nicht zwangsläufig vorschnell verurteilt werden sollten. Für den Leser heißt es auch, dass es zusätzliche Perspektiven gibt und neue Hauptpersonen.

Inhaltlich gibt es einen riesigen Sprung zwischen Band 2 und 3, die im englischen Original Band 1 und 2 sind. Urplötzlich befinden wir uns in Tahns Erinnerungen, von denen weder er noch die Leser wussten, dass es sie gibt – nur eben künstlich unterdrückt. Die ersten 50 Seiten lassen in Folge dessen den Leser stutzen, weil er ständig mit scheinbar unlogischen Handlungen und Gedanken konfrontiert wird. So kommt man natürlich nicht gut in das Geschehen rein.

Leider ist der Klappentext inhaltlich echt leer. Der Ausgestoßene ist zurück? Es gibt mehrere Fronten, an denen gekämpft wird? Ach was. Davon wusste ja noch keiner was – und Spannung baut er auch nicht gerade auf. Entsprechend der Ankündigung auf dem Klappentext bleiben die Charaktere ziemlich auf dem gleichen Fleck stehen. Sie entwickeln sich nicht weiter (bis auf Tahns Erinnerungen). Es ist geradezu seltsam, mehrere hundert Seiten des Buchs zugelesen zu haben und sagen zu müssen: Gut, geografisch sind sie nun an einem anderen Fleck, aber so richtig zur Sache kam hier niemand. Natürlich ist diese Ausgabe der erste Teil des zweiten im englischen Original – dort geht die Geschichte also noch im gleichen Buch weiter. Für die deutsche Ausgabe gilt das leider nicht und so bleibt leider nur eines zu sagen: Im Verlgeich der ersten drei Bücher ist dieser Band wohl der schwächste.  Das hat genau einen Vorteil: Die Hoffnung auf Band 4, der alles retten könnte.

 

Bettina Riedel (academicworld.net)

Peter Orullian. Das Gewölbe des Himmels 3.
Blanvalet. 15,00 Euro.

PS: Unsere Besprechung zu Band 1 und Band 2 findet ihr unter diesen Links!

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