Bücherwürmer mit Grips

Ihre Waffen sind ihr Wissen, ihre Intuition und ihr verbrecherisches Können: Gemeinsam sollen die Bibliothekare die Welt vor Magie und deren schädlichen Einflüsse schützen. Seit die magischen Pfade wieder den gesamten Globus umspannen, sind Feinde wahrlich nicht knapp …

Das Team der Bibliothekare steht einem unbezwingbaren Feind gegenüber – den niemand anderes als Shakespeare in die Welt gesetzt hat. Bild: Univserum Film/ TNT

Sie sind die Bibliothekare: Überdurchschnittlich intelligent, sozial herausgefordert, impulsiv und im Grunde keine schlechten Typen. Sie reisen per magischem Portal aus ihrer Bibliothek rund um die Welt. Was klingt wie Consulting, ist stattdessen ein knallharter Job: Sie untersuchen fantastische Vorfälle und stoßen dabei so manches Mal auf einen scheinbar übermächtigen, magischen Gegner. Bis einer auftaucht, der sie alle in die Tasche steckt, sogar Finn. Mit wenig Teamgeist, dafür umso mehr Ego machen sich die jungen Bibliothekare an das Werk, ihn zu stürzen, doch mit wenig Aussicht auf Erfolg …

Bleibt die Frage: Schützen sie die Welt vor der Magie oder sperren sie eine nützliche Macht weg, um sie für sich zu behalten? Wird es etwa Zeit, was am System ‚Bibliothek‘ zu ändern …?

Finn wie wir ihn kennen und lieben: Altmodisch und im Kampf begriffen. Bild: Universum Filom / TNT

Die Kritik

Die Serie wird ernster. Das ist sehr schade, denn gerade im Vergleich zu Indiana Jones trumpft das Format sonst damit auf, absolut jenseits vom Ernst des Lebens zu stehen. Natürlich befinden sich immer noch im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Elemente im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Doch die Verknüpfungen dazu gehen Richtung ‚Ende der Welt‘, ‚schlechte Familienverhältnisse‘, ‚unerwünschte Charaktereigenschaften‘ und ‚wie lebe ich gut wenn ich weiß, dass ich bald sterbe‘. Letzteres betrifft natürlich die Figur Cassandra, die zwar keine mythische Vorhersagen von sich gibt. Aber mit einem Tumor im Kopf und vor allem als Synästhetikerin verbindet sie Informationen auf mehreren Ebenen und kann quasi-Wahrscheinlichkeitswerte für bestimmte Ereignisse angeben. Starker Tobak, der sich grundsätzlich nicht schlecht macht – nur finden Fans der Filme hier nicht genau das, was sie suchen.

Im Vergleich zur ersten Staffel rückt der alte Bibliothekar stärker in den Fokus: Noah Wyle und Rebecca Romijn als seine Hüterin bekommen endlich die Chance, ihre Beziehung weiterzuentwickeln. Schon wieder ein ernstes Thema 😉 Aber natürlich nicht wirklich, denn Noah Wyle ist der Quatschkopf in Person. Ihm gleich zieht nur die Figur ‚Ezekiel Jones‘, der als ein durchgeknallter Teenager mit fünf Kilo IQ zu viel im Kopf durch die Welt zieht. Die beiden zusammen sind ein einziges Chaos, das wunderbar unterhaltsam ist! Das tut dem ganzen ‚Ich bin ja so ein Genie‘-Gedanken ganz gut, der sich immer wieder durch den Subtext schleicht und dabei sogar ein wenig Antipathie weckt.

Der optische Gesamteindruck passt gut zu den vorhergehenden Folgen, die Darsteller haben ihre Charaktere voll drauf. Trotzdem fehlt irgendwie ein Funken, der das Feuerwerk zündet. Das Fazit? Schwächer als die Filme, nette Unterhaltung für zwischendurch. Leider kein Grund, um vor Freude auszuflippen. Vielleicht sollten sie sich mal bei den Kollegen von Marvels Agents of S.H.I.E.L.D. umsehen und Tipps holen 😉

Für alle Fans: Vielleicht geht es wieder besser weiter, denn im Dezember 2015 wurde die Serie auf eine dritte Staffel verlängert.

Bettina Riedel (academicworld.net)

The Quest

10 Episoden

Seit dem 13. Mai als DVD und BluRay im Vertrieb von Universum Film im Handel erhältlich.

Darsteller: Rebecca Romijn, Noah Wyle, John Larroquette, Christian Kane, Lindy Booth, John Kim

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