Batman die dritte

Selten wurde ein Film so von seinen Fans herbeigesehnt wie der dritte Teil der Batman-Reihe um den Retter von Gotham City im schwarzen Cape. Nach “Batman Begins” und “The Dark Knight” soll “The Dark Knight Rises” nun den krönenden Abschluss der Trilogie bilden. Ob Christopher Nolan das erhoffte Meisterwerk gelungen ist? Davon können sich die Zuschauer seit dem 30. November auch zu Hause überzeugen.

Kann der Mann auch ohne Maske? © 2012 WARNER BROS. ENT. ALL RIGHTS RESERVED
Kann der Mann auch ohne Maske? © 2012 WARNER BROS. ENT. ALL RIGHTS RESERVED

Acht Jahre ist es inzwischen her, dass Batman die Schuld an Harvey Dents Tod auf sich genommen hat und von der Bildfläche verschwunden ist. Von der Gesellschaft als Bösewicht geächtet, von den Folgen der Auseinandersetzungen mit Dent und dem Joker körperlich gezeichnet und von seiner inneren Zerrissenheit getrieben, fristet der Mann hinter der Maske – Bruce Wayne –  zurückgezogen sein Dasein und kultiviert dabei das Image des schrulliger und unnahbaren Milliardärs – Kontakt pflegt er lediglich zu seinem persönlichen Diener Alfred, der treuer und loyaler denn je zu seinem Ziehsohn steht. Doch immerhin scheint der Plan von Wayne und Commissioner Gordon aufgegangen zu sein. Die organisierte Kriminalität in Gotham scheint besiegt.

Doch die Ruhe ist trügerisch. Mit der mysteriösen Selina Kyle betritt eine neue Figur die Bühne. Sie erleichtert Bruce um die wertvolle Halskette seiner Mutter und lässt nebenbei noch seine Fingerabdrücke mitgehen. Was hat sie damit vor? Wer hat es auf die Fingerabdrücke von Bruce abgesehen und warum? Die Frage wird bald geklärt. Es scheint, als habe der Muskelberg Bane seine Finger mit ihm Spiel. Gemeinsam mit seinem Team erleichtert er Wayne mithilfe der Fingerabdrücke um sein gesamtes Vermögen, um den Weg freizuhaben und Gotham City zu zerstören. Mittellos und durch Auseinandersetzungen der Vergangenheit von Verletzungen stark beeinträchtigt wagt sich Batman aus seinem Versteck hervor und stellt sich dem neuen Feind. Doch Bane ist ihm körperlich weit überlegen und besiegt ihn im Kampf. Bruce wird in ein unterirdisches Gefängnis verschleppt, aus dem bisher nur einer Person die Flucht gelungen ist – Bane. Gleichzeitig bedroht eine Atombombe Gotham. Wird es Bruce alias Batman gelingen, dem Kerker zu entkommen und Gotham zu retten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Das Finale

„The Dark Knight Rises“ ist der logische Abschluss der Reihe um den düsteren Helden Batman, die 2005 mit „Batman Beginns“ begann. Die Erwartungen im Vorfeld waren enorm hoch. Hat Nolan das Genre mit seinen ersten beiden Batmanverfilmungen doch auf seine ganz eigene Art neu interpretiert. Von einer regelrechten Revolution der Comicverfilmungen war die Rede. Damit war klar: Nolan muss noch einen draufsetzen, um das anspruchsvolle Publikum zu begeistern.

Tolle Darsteller

The Dark Knight Rises hat grundsätzlich mit Sicherheit das Potenzial dafür. Der stimmige Cast alleine könnte den Film zum Kinoereignis des Jahres machen. Morgan Freeman als Lucius Fox und Michael Caine als Alfred wissen in ihrer unnachahmlichen Art zu überzeugen und nehmen den Zuschauer für sich ein. Christian Bale spielt so, wie man es von ihm erwartet. Er mimt ihn gut – diesen geheimnisvollen, innerlich zerrissenen Batman, der nur selten weiß, was er eigentlich ist oder was er wirklich sein will. Der Bösewicht Bane, dem es gelingt Batman seine Grenzen aufzuzeigen, ist ein ebenbürtiger Gegner – auch wenn Tom Hardy hinter der Maske leider kaum wahrnehmbar ist. Dabei hat dieser Schauspieler bereits in Warrior seine absolute Klasse unter Beweis gestellt. Und nicht mal Anne Hathaway stört wirklich – die Frage, ob die Figur der Catwoman wirklich eine Existenzberechtigung hat, soll an dieser Stelle nicht geklärt werden.

Auch die Effekte sind gut. Es macht durchaus etwas her, wenn Gotham durch die Sprengung aller Zugangswege gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten wird. Weiterhin kommt das technische Spielzeug ausreichend zur Einsatz. Speziell das neue Fluggerät „The Bat“ sticht ins Auge. Dennoch kommt „The Dark Knight Rises“ nicht wirklich an seine Vorgänger heran. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass speziell Heath Ledger in seiner unvergesslichen Rolle als Joker, einfach nicht zu ersetzen ist.

 

Zu viele verschiedene Handlungsstränge und Protagonisten

Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass der Film gelegentlich überladen wirkt. Die Figuren für sich genommen sind alle interessant. Doch selbst in 2 Stunden 45 ist es nicht möglich adäquat all die Protagonisten in der epischen Breite zu behandeln, die sie verdienen würden. Die Konsequenz ist, dass man den vielen Handlungssträngen oft nicht wirklich folgen kann. Zurück bleibt ein überforderter Zuschauer, der sich gewünscht hätte, dass sich Nolan stärker auf Batman und die Figuren in seinem unmittelbaren Umfeld konzentriert hätte. Diese fehlende Fokussierung geht gelegentlich zu Lasten der Story. Auch mutet vieles nicht wirklich neu an. Zum Beispiel entkommen mal wieder alle Verbrecher aus den Gefängnissen der Stadt. – Das ist zweifellos immer sehr unterhaltsam mit anzuschauen, aber leider nicht wirklich neu.

Der Film hätte die Zuschauer mit einem richtigen Knall am Schluss überraschen können – leider zieht Nolan ein Happy-End  dieser Möglichkeit vor. Hollywood-Nostalgiker werden begeistert sein – alle anderen nicht.

Batman die dritte

Fazit:

Trotzdem bietet „The Dark Knight“ sehr gute Unterhaltung und Popkornkino vom Feinsten. Die 2 Stunden 45 vergingen wie im Flug. Das Problem ist nur, dass Nolan mit seinen Vorgängerfilmen die Messlatte sehr hoch angesetzt hat – dies noch zu toppen war wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Für Batmanfans ist der Film aber auf jeden Fall ein absolutes Muss.

Thomas Hepp (Academicworld.net)

The Dark Knight Rises

Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Morgan Freeman, Michael Caine u. a.

Im Verleih von Warner Bros. Pictures Germany

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