Aszendenten gesucht!

Auf den Kontinenten Yuros und Antiopia geht es rund: Der Krieg hält alle Menschen in Atem und selbst in den entferntesten Winkeln spüren die Bewohner seine (magischen) Konsequenzen. Wohin geht die Reise für Alaron, Elena, Kazim, Cym, Ramon und Ramita? Frisch gedruckt im Buchhandel: Band 4 von “Die Brücke der Gezeiten”.

Achtung, hier geht es bereits um Band 4! Für erste Infos zur Reihe lest direkt bei “Die Kritik” weiter.

Elena Anborn hält sich immer noch versteckt. Nach Rutt Sordells Attacke auf ihre gesamte Existenz muss sie erst wieder fit werden – und hat Kazim in ihrer Hand. Der fanatische Anhänger der Amteh beginnt im Training mit Elena, über den Tellerrand seiner Glaubensrichtung hinwegzusehen. Der schwerste seiner inneren Kämpfe steht ihm aber noch bevor, denn eigentlich muss er Elena verraten, doch diese ist bereits zu seiner Blutschwester geworden.

Ramita befindet sich zusammen mit ihrer Schwiegertochter, die ein paar Jahrhunderte älter ist, auf der Glasinsel in vermeintlicher Sicherheit. Die Geburt ihrer Kinder steht bald bevor und ihre eigene Magie wird immer stärker. Antonin hat ihr eine Nachricht hinterlassen, die Ramita auf eine harte Probe stellen wird. Denn nicht ihre Kinder, sondern sie wird diesen Krieg zwischen Yuros und Antiopia entscheiden. Dieser Krieg erreicht bald auch die Glasinsel, als Alaron Merser und Cym plötzlich dort auftauchen und mit ihnen die Skytale des Corineus – der einzige Weg für Magi, um die Aszendenz zu erreichen. Und damit ist sie entscheidend für beide Kontinente, die einen knochenharten Weg in diesem Krieg beschreiten…

Die Kritik

Ein neues, umfassendes Fantasy-Imperium zu erbauen ist nicht leicht. Als Leser aich in abstrakte Welten hineinversetzen auch nicht immer. Bei David Hair ist das aber gar kein Problem. Er nimmt sich Zeit, um den Leser in seine Welt einzuführen und basiert diese auf unserer Realität. Er berücksichtigt dabei sogar Eigenheiten wie die neue Namensvergabe, wenn hochrangige Geistliche ins Amt berufen werden. Der Kampf unter den Religionen, eine Gesellschaft, die immer noch nicht mit Homosexualität klar kommt – der Autor greift wirklich alle Themen auf, die man tagtäglich in unseren Zeitungen findet.

Seine fiktive Welt ist ein Spiegelbild der unseren, verpackt in Fantasy und sogar SF-Elementen, garniert mit unterschiedlichen und höchst faszinierenden Charakteren. Denen gibt er auch noch genügend Raum, um erwachsener beziehungsweise älter zu werden. Ein kleines Beispiel für die Tiefe der fantastischen Welt: Auch das Thema Sex greift er einerseits explizit, aber nicht schamlos auf – was man nicht unterschätzen sollte. Denn es ist eine weitere Facette der Vielschichtigkeit, vor der er sich in seiner Schreibarbeit nicht gedrückt hat. Dabei spart er sich altbekannte Plattitüden und rosa Herzchen lässt er auch nicht ploppen.

In Band 4 führt er außerdem endlich einige Handlungsstränge zusammen. Denn auf Dauer wäre es anstrengend gewesen, allen Personen so singulär zu folgen, wie die Bücher begannen. Dieser Band ist die zweite Hälfte des zweiten Buchs, denn die englischen Originale wurden gesplittet. Außerdem fand ein Verlagswechsel von penhaligon zu blanvalet statt, aber das tut dem spektakulär gestalteten Cover für die Reihe keinen Abbruch – es passt alles zusammen. Auch inhaltlich, denn die Reise für die Charaktere gehen weiter! Ein bisschen mehr Action hätte es aber sein dürfen, daher vier von fünf imaginären Sternchen. Ansonsten aber eine gelungene Fortsetzung! Bleibt zu hoffen, dass er in Band 5 & 6 ordentlich zu Potte kommt …

Bettina Riedel (academicworld.net)

David Hair. Die Brücke der Gezeiten. Band 4.
Blanvalet. 14,99 Euro.

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