Älter, härter, besser

Lange Zeit fiel er eher durch private Eskapaden auf als durch neue filmische Erfolge. Doch Mel Gibson ist zurück. In “Get the Gringo” spielt er einen smarten Gangster, der in einem Mexikanischen Knast um sein Leben kämpft. Dass ihm die Rolle des rachsüchtigen und cleveren Einzelgängers gut zu Gesicht steht, hat er in Filmen wie Payback oder Auftrag Rache hinreichend unter Beweis gestellt. Kann er mit seinem neuen Werk nun an diese Erfolge anknüpfen?

Älter, härter, besser

Nach einem misslungenen Coup durchbricht Driver (Mel Gibson) auf der Flucht vor den US-COPS mit seinem Fluchtwagen den Grenzzaun nach Mexiko. Doch statt der ersehnten Freiheit wartet hier eine Horde korrupter Bundespolizisten auf ihn, die ihm kurzerhand seine Beute abnehmen. Zu allem Überfluss stecken sie ihn auch noch ein mexikanisches Gefängnis, das seine eigenen Gesetze kennt. Hier regieren die Drogenbosse gemeinsam mit korrupten Wärtern und bestimmen über das Leben der Menschen in dem stadtähnlichen Areal. 

Kampf ums Überleben

Als Gringo steht Driver ganz unten in der Knasthierarchie und muss um sein Leben fürchten. Doch mit List und einer gesunden Portion Gewalt im richtigen Moment behauptet er sich. Als er einen Drogenkurier um eine stattliche Menge Geld bringt, wird er von dem cleveren Kid dabei beobachtet. Driver nimmt sich ihm an und arbeitet mit ihm gemeinsam an einem Fluchtplan, denn der Knastpate Javi hat es auf die Leber des Jungen abgesehen, ohne die ihm nicht mehr lange zu leben bleibt.

Doch auch von anderer Seite droht Gefahr. Driver hat den Drogenboss Frank um viele Millionen erleichtert. Das will dieser natürlich nicht auf sich sitzen lassen und schickt seine Killer aus, um Driver aus dem Weg zu räumen. Doch der überlebt die Konfrontation mit den bösen Buben mitten im Gefängnishof. Als die mexikanische Polizei in der Folge das Gefängnis gewaltvoll schließen und die Insassen umsiedeln lassen will, eskaliert die Situation. Javi will die Transplantation unbedingt noch vorher durchführen lassen. Um den Jungen zu retten, muss der Driver sein ganzes Können abrufen. Oder ist es schon zu spät …?

Meister seines Fachs 

Auch wenn Mel Gibsons Qualitäten als Filmemacher und Schauspieler wohl unbestritten sind, haben seine Eskapaden dazu geführt, dass er aus Hollywood verbannt wurde. Kaum einer will noch mit dem Mann arbeiten, der in den 90ern mit der Lethal Weapen-Reihe zum gefeierten Action-Superstar avancierte. Wir freuen uns, dass “Get the Gringo”-Regisseur Adrian Grunberg, mit dem Gibson erstmals bei “Apocalypto” zusammenkam, sich nicht hat abhalten lassen. Denn “Get the Gringo” bietet Top-Unterhaltung bis zum Schluss. Und auch wenn der Hauptdarsteller unübersehbar gealtert ist, liefert er immer noch hammermäßig ab. Sein Charme zieht nach wie vor. Wohl kaum einer verkörpert so glaubhaft den schlitzohrigen Gauner, den man einfach gern haben muss.   

Das Package stimmt

Witzige Sprüche, eine interessante Kulisse, rasante Action – Get the Gringo verfügt über all das, was ein typischer Mel Gibson Film braucht. Eine gute Portion Gewalt darf man natürlich nicht vergessen. Ob das immer nötig ist, sei einmal dahin gestellt. Man fühlt sich auf jeden Fall an Payback zurückerinnert – ein absoluter Klassiker seiner Zeit. Und auch GtG hat das Potenzial zu einem solchen zu werden. Obwohl man ganz klar sagen muss, dass Grunberg an der ein oder anderen Stelle die Raffinesse fehlt, mit der Gibson in seinen Regiewerken überzeugen konnte. Nichtsdestotrotz liefert der Film das ab, was Gibson-Fans erwarten. Sehr solide Action und gute Unterhaltung mit einer guten Brise schwarzen Humor.

Fazit: Ein absolutes Muss für Action und Gibson-Fans.  

Thomas Hepp (Academicworld-User)

GET THE GRINGO

Regie: Adrian Grunberg
Darsteller: Mel Gibson, Peter Stormare, Dean Norris, Bob Gunton

Im Vertrieb von Concorde HOME ENTERTAINMENT seit dem 11. Juli auf DVD und Blu-Ray im Handel.

Share.