Stellenanzeigen besser verstehen. Teil 3

Dass man sich für den neuen potentiellen Traumjob begeistern können muss, ist klar. Aber wie zeigt man das, ohne Luftsprünge zu machen? Und wo bekomme ich die Leine, an der ich meine Kollegen und Kunden führen kann – müssen die dafür handzahm sein? Zum Glück erklärt uns wieder einmal ein Personaler, was gemeint ist!

Wer nicht kommuniziert, hat schlechte Karten;©Jorma bork/pixelio

In Teil 3 unserer Serie geht es um eine Stellenanzeige für das Traineeprogramm  der Firma Eismann.

Herbert Kaiser, Leiter der Human Resources in der Zentrale ist seit 1970 ein Eismann deshalb auch Experte im Bereich Personalrekrutierung. Ihm gebührt ein großes Dankeschön dafür, dass er uns für unsere Fragen so geduldig zur Verfügung stand.

Wie beweist man als Kandidat dass man Menschen führen kann?

Unsere Einsteigerprogramme richten sich nicht nur an Hochschulabsolventen, sondern auch an Menschen, die schon Berufserfahrung mitbringen. Wenn jemand schon ein paar Jahre gearbeitet hat, geht es deshalb eher darum, ob er schon in seinem vorherigen Job Menschen geführt hat und welche Erfahrungen er damit sammeln konnte.

Geht es aber um jungen Akademiker, die gerade mit dem Hochschulstudium fertig sind und noch überhaupt keine Berufserfahrung haben, dann schauen wir eher, ob jemand grundsätzlich Talent und Lust hat, mit Menschen umzugehen: Ist der Kandidat kontaktfreudig, kann er gut zuhören, geht er aktiv auf Menschen zu? Um das festzustellen, bieten wir für Bewerber Praxistage an, bei denen sie ihr Verkaufstalent unter Beweis stellen können. Wenn wir den Bewerber von den Unterlagen her für geeignet halten, vereinbaren wir einen Gesprächstermin, führen ein erstes Interview und dann entscheiden wir, ob wir dem Bewerber anbieten, Praxistage bei uns zu machen.

Diese Praxistage sind für den Bewerber genauso wichtig wie für uns als Unternehmen. Ein Bewerber kann sich dabei unser Geschäft anschauen und zum Beispiel einen Eismann kennen lernen. Auf diesem Weg sehen wir, ob jemand kontaktstark ist und gerne den Umgang mit Menschen mag. Diese Beobachtungen gleichen wir dann mit den Aufgaben aus dem Assessmentcenter ab, das auf die Praxistage folgt. Auch hier gibt es Aufgaben, bei denen man sehen kann, wie sich jemand in der Gruppe verhält.

Junge Menschen können nämlich durchaus auch ohne Berufserfahrung Führungstalent haben. Für uns ist es in diesem Zusammenhang immer auch von Interesse, was jemand in seiner Freizeit unternimmt. Solche Aktivitäten sollten unbedingt in die Bewerbung mit eingebracht werden. Hier spielt beispielsweise der Sport eine große Rolle. Wenn jemand Mannschaftssport betrieben hat und in seiner Mannschaft als Mannschaftskapitän tätig war, hat er unter Umständen ja auch auf diesem Weg schon Erfahrungen gesammelt und Menschen geführt.

Was wünschen Sie sich von einem begeisterungsfähigen Kandidaten konkret?

Ein Kandidat muss einfach eine positive Ausstrahlung haben und sollte auch hier wieder kommunikationsstark sein. Sachen, die ihn begeistern, sollte er auch dementsprechend kommunizieren können. Wenn ich beispielsweise Geschichte studiert habe und mich für Geschichte interessiere, sollte ich das meinem Gegenüber auch so mitteilen, dass sein Interesse geweckt wird. Da geht es um die Frage: Bin ich jemand, der das, was er selbst gerne macht, auch anderen vermitteln kann?

Man muss bei uns nicht aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich sein, wir sind für alle Fächer offen. Die oberste Prämisse ist, dass man gerne mit Menschen arbeitet und diese entwickelt. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen. Die Bewerber haben ja bei uns später die Aufgabe, selbstständige Partner zu coachen und Berater für unsere Partner zu sein. In diesem Zusammenhang muss man die unterschiedlichen Qualitäten der Menschen aufnehmen und das schafft man nur, wenn man kommunikativ ist und auch als Vorbild für andere fungiert. Und hier kommt wieder die Begeisterungsfähigkeit ins Spiel.

Denn nur, wenn man von einer Sache überzeugt ist, ist man in der Lage, anderen das zu vermitteln. Es ist immer schön, wenn man bei Leuten feststellt, dass sie das können. Und auch hier gibt es wieder viele Beispiele, wie man das überprüfen kann. Wenn jemand zum Beispiel in Spanien studiert, weil er das Land erleben und die Menschen kennenlernen will und dann diese Erfahrung gemacht hat, erwarten wir, dass er auch erzählen kann, warum er dorthin gegangen ist und wie er das erlebt hat. Das meinen wir, wenn wir sagen, jemand sollte Leute begeistern können. Begeisterungsfähigkeit bedeutet, hinter dem zu stehen, was man tut und das mit vollem Einsatz.

Eismann sucht Menschenfreunde mit Verkaufstalent!


Stand: Oktober 2012
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