Master or Servant?

Nach dem Bachelor in den Beruf einsteigen oder noch einen Master anschließen? Dann müssen sie das passende Masterprogramm finden – die Unterschiede sind groß. Und zuletzt will auch die Finanzierung des Studiums gut geplant sein.

Die Sorgen eines Bachelors: Wie gehts weiter, wenn der Sommer vobei ist?

Für einen direkten Berufseinstieg spricht zunächst viel: Großunternehmen haben sich bereits auf Bachelorabsolventen eingestellt und bieten interessante Einstiegsmöglichkeiten: Guten Bachelorabsolventen wird nach einigen Jahren Arbeit ein Masterstudium (in der Regel ein MBA) finanziert.

Noch sind die Plätze in solchen Programmen streng limitiert. Doch dies wird sich angesichts des Fachkräftemangels bald ändern. Unternehmen brauchen gute Absolventen und möchten sie langfristig weiterbilden und an sich binden. Und so wacht auch der Mittelstand angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels langsam auf: An Bachelors kommt heute niemand mehr vorbei.

Allerdings spricht vieles dafür, nach dem Bachelor einen Master anzuschließen: Zunächst sind da der noch nicht gestillte Wissensdurst und die Aussicht auf weitere zwei bis vier Semester erfülltes Studentenleben. Aber da ist noch mehr: Masterabsolventen können mit zusätzlichem Fachwissen punkten. Für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist das wichtig, denn in der wissensbasierten Gesellschaft Deutschlands gibt es eine Spezialistenkultur. Berufstätige, die sich in einem Fachbereich gut auskennen, werden besonders ernst genommen und kommen beruflich weiter.

Dennoch – ein Masterabschluss ist keine Garantie für ein erfolreiches Berufsleben; denn zu einer Karriere gehören auch persönlicher Ehrgeiz, Intelligenz und Fleiß. Durch einen Masterabschluss kann das allein nicht aufgewogen werden. Ein Masterabschluss kann eine Karriere beschleunigen – doch ein Muss ist er nicht.

Studenten haben daher die Qual der Wahl zwischen Berufseinstieg und Master. Aus diesem Grunde setzt sich in letzter Zeit immer mehr ein Kompromiss durch; ein Jahr Pause zwischen Bachelor und Master. Durch hochwertige Praktika können wertvolle Berufserfahrung und Branchenexpertise gesammelt werden. Alternativ bietet sich an, eine zusätzliche Fremdsprache zu lernen oder Auslandserfahrung zu sammeln – und fern vom Studienstress den Einstieg in das richtige Masterprogramm zu planen.

Dr. Nicolaus Heinen ist Autor des Studienratgebers “Master nach Plan” und war einer der allerersten Bachelor-Absolventen Deutschlands. “Master nach Plan” ist der erste Studienratgeber, der Bachelorabsolventen bei der Suche, Bewerbung und Finanzierung des passenden Masterstudiengangs unterstützt (W. Bertelsmann Verlag, 16 Euro).

Exkurs: Konsekutiv oder nicht-konsektutiv?

Es existieren drei Arten von Mastersudiengängen. Konsekutive Masterstudiengänge bauen inhaltlich auf einem Bachelor auf. Nicht-konsekutive Masterstudiengänge können auch mit einem andersfachlichen Bachelor studiert werden, setzen jedoch gewisse Kenntnisse (wissenschaftliches Arbeiten, Methodenkompetenz, Studienfähigkeit) voraus Darüber hinaus gibt es weiterbildende Masterstudiengänge – diese sind erst nach mehreren Jahren Berufserfahrung ratsam, sehr praxisorientiert und in der Regel nicht wissenschaftlich ausgerichtet. Bestes Beispiel hierfür ist der MBA.


Stand: Frühjahr 2014

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