Die Weihnachtsfeier – Fakten und Knigge-Regeln

Veranstaltet ein Arbeitgeber eine Weihnachtsfeier vermittelt er in erster Linie die Wertschätzung seiner Belegschaft. Um Peinlichkeiten und Fauxpas während der Betriebsveranstaltung zu vermeiden, kann es nie schaden die Knigge-Regeln für dieses Event zu kennen. Darüber hinaus ist es vorteilhaft über elementare Fakten wie die Unfallversicherung oder eventuelle Arbeitgeberpflichten im Rahmen des Weihnachtsfests Bescheid zu wissen. Im Ratgeber werden fünf der wichtigsten Fragen geklärt.

Bild: kaboompics.com (pexels.com)

1. Müssen Arbeitgeber Weihnachtsfeiern veranstalten?

Nein. Es besteht seitens der Arbeitgeber keine Verpflichtung zur Veranstaltung einer Weihnachtsfeier. Es handelt sich um eine freiwillige Angelegenheit. Lediglich die sogenannte betriebliche Übung kann eine Ausnahme mit sich bringen. Was unter „betrieblicher Übung“ zu verstehen ist, wird auf der Internetpräsenz der AHS Rechtsanwälte verständlich erklärt: „Unter einer betrieblichen Übung ist die regelmäßige Wiederholung bestimmter Verhaltensweise des Arbeitgebers zu verstehen, aufgrund derer der Arbeitnehmer darauf vertrauen darf, dass diese Verhaltensweisen auch in Zukunft auf das Arbeitsverhältnis angewandt werden.“ 

Da Arbeitgeber durch Weihnachtsfeiern von erheblichen Vorteilen profitieren, verzichten nur wenige Betriebe darauf. Beim Großteil der Firmen ist diese Art der Wertschätzung des Personals üblich. Mit der Feier im besinnlichen Rahmen nutzen Vorgesetzte die Chance, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und die Mitarbeiter für ihre erbrachten Leistungen zu belohnen. Sie haben dabei nicht nur die Gelegenheit ein Jahr mit einem positivem Erlebnis für die Belegschaft abzuschließen, sondern schaffen gleichzeitig eine gute Basis für das nächste Geschäftsjahr. Mitarbeiter haben bei Weihnachtsfeiern die Möglichkeit sich abseits des Arbeitsalltags zu treffen und Zeit sich über private Themen zu unterhalten. Eine lockere Atmosphäre fördert die zwischenmenschliche Kommunikation. Damit einhergeht eine Optimierung interner Betriebsabläufe, weil Teams dank derartiger Events häufig besser harmonieren und zusammenarbeiten. Einige Firmen entscheiden sich bewusst für Veranstaltungen, abseits klassischer und leider oft langweiliger Weihnachtsfeiern. Mit speziellen Eventagenturen werden Weihnachtsfeiern mit aktiven Teambuilding- und Teamtraining-Maßnahmen kombiniert, um das interne „Wir-Gefühl“ zu stärken. Ein beispielhafter Veranstalter, der abwechslungsreiche Weihnachtsfeiern unter anderem für die Region Berlin und Umgebung realisiert, ist die Teamgeist GmbH aus Heidesee. Im Programm der Agentur sind zum Beispiel City-Schnitzeljagden, Domino Events für Großgruppen oder Weihnachtsmarkt-Rallyes. Solche Weihnachtsfeiern kommen in der Regel besonders gut an, weil sie sich von gängigen Restaurant-Besuchen abheben und die Gruppendynamik fördern.

2. Wer darf zur Weihnachtsfeier?

Sobald eine Weihnachtsfeier veranstaltet wird, darf jeder Arbeitnehmer teilnehmen. Ausnahmen sind unter anderem möglich, wenn beispielsweise ein betrieblicher Notdienst notwendig ist. In diesem Fall kann der Arbeitgeber einzelne Mitarbeiter anweisen die Ausübung des Notdienstes zu übernehmen, statt zur Feier zu erscheinen. Ein willkürlicher Ausschluss von der Veranstaltung ist nicht erlaubt.

3. Müssen Arbeitnehmer an Weihnachtsfeiern teilnehmen?

Nein, es gibt grundsätzlich keine Teilnahmepflicht. Denn: Es besteht kein direkter Zusammenhang mit der durch den Arbeitsvertrag geschuldeten Arbeitsleistung. Jeder Arbeitnehmer kann frei entscheiden, ob er zum Fest erscheint.

4. Sind Weihnachtsfeiern Arbeitszeit?

Findet die Weihnachtsfeier außerhalb der üblichen Arbeitszeiten statt, wird sie meist nicht als Arbeitszeit angerechnet. Wird während der regulären Arbeitszeiten gefeiert, erhalten die Arbeitnehmer für die Dauer des Fests regulären Lohn ohne dass dafür gearbeitet werden muss. Wer sich allerdings gegen die Teilnahme der Feier entscheidet, ist nicht von der Arbeitspflicht befreit, sondern muss arbeiten gehen. Eine Freistellung von der Arbeit betrifft ausschließlich Arbeitnehmer, die bei der Feier anwesend sind.

5. Besteht bei Unfällen eine Versicherung?

Verletzt sich ein Arbeitnehmer während einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung, was eine Weihnachtsfeier in der Regel ist, greift die betriebliche Unfallversicherung. Es handelt sich dann um einen Betriebsunfall. Auch der Weg zur Feier und wieder nach Hause ist versichert. Dies gilt zudem bei Alkoholkonsum.

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Der Weihnachtsfeier Knigge

Gerade als Berufseinsteiger ist es von Vorteil sich mit gewissen Knigge-Regeln für die Weihnachtsfeier vertraut zu machen, um unangenehme Fettnäpfchen zu meiden und die Karriere mit schlechten Verhaltensweisen nicht ungewollt auszubremsen. Nachfolgend die fünf wichtigsten Knigge Regeln:

Teilnahme: Die Teilnahme an Weihnachtsfeiern ist empfehlenswert. Schlechte Ausreden sind von Kollegen und Arbeitgeber schnell enttarnt, was mit geringem Interesse in Verbindung gebracht wird und wenig teamorientiert wirkt. Zumindest ein kurzes Erscheinen ist ratsam, um den Arbeitgeberaufwand zu honorieren und positiv zum Betriebsklima beizutragen.

Geschenke: Arbeitnehmer, die etwas schenken möchten, sollten sich auf Präsente wie Wein oder Tickets für Veranstaltungen konzentrieren. Körperpflegeprodukte, Parfums oder ähnliches sind unangebracht und können versehentlich ungeahnte Subbotschaften übermitteln.

Alkoholgenuss: Mit einem Glas Sekt, Bier oder Glühwein auf das abgeschlossene Jahr anzustoßen, ist völlig in Ordnung. Übermäßiger Alkoholkonsum oder gar Volltrunkenheit können der Karriere großen Schaden zufügen und ist auf jeder betrieblichen Feier zu vermeiden.

Ansprache: Bietet ein Kollege oder Vorgesetzter während der Feier das „Du“ an, darf diese Gelegenheit genutzt werden. Bei Vorgesetzten bleibt es allerdings nur dabei, wenn dieser auch am nächsten Arbeitstag duzt. Keinesfalls sollten sich Arbeitnehmer das Duzen des Vorgesetzten unaufgefordert erlauben.

Dress-Code: Bei geselligen Feierlichkeiten auf dem Weihnachtsmarkt oder in einem Restaurant ist legere Business-Kleidung, wie sie während der Arbeit getragen wird, angemessen. Handelt es sich um ein Bankett ist elegante Abendkleidung vielerorts ein Muss. Im Zweifelsfall den Arbeitgeber ansprechen.

Außerdem: Arbeitnehmer, die sich persönlich oder per Mail am nächsten Tag bei ihrem Arbeitgeber für die Feier bedanken, bleiben bei Vorgesetzten positiv in Erinnerung.

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