Camelot: Zwischen Mensch und Maschine

Maren Müller wollte immer schon mit Menschen zu tun haben. Im Moment erarbeitet sie als Unternehmensberaterin bei Camelot Management Consultants Trainingskonzepte für die neue Planungssoftware eines internationalen Pharmakonzerns. Wie das zusammenpasst? Die Antwort heißt Change Management.

Ich bin als Unternehmensberaterin bei Camelot Management Consultants tätig. Das ist eine junge und schnell wachsende Strategie- und Organisationsberatung spezialisiert auf die Optimierung internationaler Lieferketten in den Branchen Pharma, Chemie und Konsumgüter. Zurzeit arbeite ich an einem sehr spannenden internationalen Projekt mit: Bei einem der größten Pharmaunternehmen der Welt optimiert Camelot die internationale Lieferkette. Im Grunde geht es um die Frage, wie das Unternehmen seine Ressourcen über alle Stufen der internationalen Wertschöpfungskette hinweg optimal einsetzen kann. Ein  wichtiges Ziel des Projekts ist es, mehr Transparenz über Länder und Produktionsstätten hinweg zu schaffen, weil eine optimale Planung natürlich voraussetzt, dass das Unternehmen weiß, wo es gerade wie viel von welchen Produkten und Vorprodukten auf Lager hat und wie hoch in welchem Werk der tatsächliche Bedarf ist. Deshalb heißt das Projekt Lean Supply Chain Visibility (LSCV). Die technische Voraussetzung dafür ist eine einheitliche IT-Plattform, die weltweit eingeführt werden muss.

Vor der Einführung der LSCV hatte unser Kunde mehrere verschiedene Planungssysteme, die oft nicht miteinander kompatibel waren. Bei einem der globalen Top 10 Pharmaunternehmen, mit mehr als 60.000 Arbeitskräften in über 100 Ländern ist es ganz normal, dass an den verschiedenen Stand-orten unterschiedliche Systeme historisch gewachsen sind und es deshalb keine völlige Transparenz über Aufträge, Bestellungen und Lagerbestände gibt. So kommt es an den verschiedenen Schnittstellen immer wieder zu Reibungsverlusten.

Lean Supply Chain Visibility erleichtert die globale Vernetzung

Genau an dieser Schwachstelle setzen wir an und  führen  ein integriertes System für die Netzwerkplanung ein, das  den gesamten Beschaffungs- und Produktionsprozess vom Rohstoff bis hin zur fertigen Tablette erfasst und steuert. Dieser Vorgang betrifft ungefähr 400 Planer direkt in ihrem Arbeitsablauf. Die Aufgabe dieser Planer ist es, den Produktionsprozess, über alle Werke und Länder hinweg zu koordinieren: Ganz praktisch bedeutet das, dass sie vorgeben, wer wann wo was herstellt und welches Lager in welchem Land wie viel von welchem Wirkstoff vorrätig haben muss. Dabei wird ihnen eine gemeinsame Planungssoftware natürlich enorm weiterhelfen. Diese Planungssoftware ist für alle Länder, in denen das Unternehmen einen Sitz hat, gleich und schafft so internationale Transparenz. Ein globales Projekt wie LSCV hat es in dem Umfang bislang noch nicht oft gegeben. Camelot gehört zu den ersten Unternehmensberatungen, die so etwas in Angriff genommen haben. In vielen Bereichen betreten wir damit also auch Neuland.

Ich selbst habe BWL in Köln studiert mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung. Dabei habe ich gemerkt, dass mir Change Management besonders liegt. Deshalb habe ich auch meine Diplomarbeit über dieses Thema geschrieben: “Die besondere Bedeutung des Sponsorship im Change Management”. “Sponsorship” heißt hier allerdings nicht, dass ein Unternehmen Geld für etwas zur Verfügung stellt, sondern es bedeutet allgemeiner die Unterstützung des Top-Managements für Change-Projekte.

Change Management ist selbstverständlich viel mehr als die Unterstützung des Managements für Change-Projekte. Es betrifft alle Effekte, die sich zum Beispiel aus Veränderungen in der Aufbau- oder Ablauforganisation eines Unternehmens ergeben, aus der Einführung neuer und der Ablösung alter IT-Systeme oder auch Unternehmensfusionen und -übernahmen.

Projekte bedeuten immer auch Veränderung und Veränderung bedeutet für die betroffenen Menschen durch die Umstellung erst einmal mehr Arbeit und oft auch Unsicherheit, weil sich die gewohnten Arbeitsabläufe ändern und Neues gelernt werden muss. Das führt häufig zu Widerstand, manchmal scheitern daran sogar ganze Projekte. Deshalb spielen die so genannten “soft factors”, also der “Faktor Mensch”, eine sehr wichtige Rolle bei solchen Projekten.  Mein Ziel ist es deshalb immer, das gesamte Projektteam dabei zu unterstützen, im Unternehmen Akzeptanz für die Veränderungsprozesse zu schaffen.

Aber was ist eigentlich mein Anteil an diesem globalen Megaprojekt? Die Frage, mit der ich mich täglich konfrontiert sehe, lautet: “Wie hole ich die Menschen mit ins Boot?” Wie vermittele ich den betroffenen Mitarbeitern, warum die geplante Veränderung nötig ist, welche Vorteile sie für das Unternehmen hat und was von den Mitarbeitern dabei erwartet wird? Das mache ich in diesem Fall durch Workshops, Meetings, schriftliche Kommunikation und Trainings. Ich informiere, schaffe Akzeptanz, motiviere und schule die Mitarbeiter im Umgang mit dem neuen System und den neuen Anforderungen. Wichtig für einen guten Change ist aber auch das so genannte Change Leadership: Um die Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass Veränderung nötig ist, sind vor allem die Menschen in Führungspositionen gefragt.

Deshalb schule ich auch ausgewählte Führungskräfte, damit sie mit gutem Beispiel voran gehen können. Dieser Aspekt von Change Management, also das so genannte “people?s business”, ist genau das, was ich immer machen wollte.

Auch wenn ich zuvor in anderen Branchen als der IT- und Pharmabranche gearbeitet habe und Supply Chain Management nicht mein Studienschwerpunkt war, bin ich im November 2009 als Consultant bei Camelot eingestiegen und habe gleich angefangen im LSCV-Projekt mitzuarbeiten. Dabei war es für mich selbstverständlich, mich tiefer in neue Planungsprozesse und die damit verbundenen Systemlösungen einzuarbeiten, weil es im Change Management über das  methodische Wissen hinaus einfach wichtig ist, inhaltlich mitreden zu können.

Einmal um die ganze Welt …

Bei LSCV bin ich wie gesagt für den Bereich Training verantwortlich. Dabei unterstützen mich ständig Kollegen aus den Fachbereichen IT und Supply Chain Management bei der Vorbereitung und Durchführung, sodass ich ein kleines, zwischendurch wechselndes Trainingsteam koordiniere. Training ist ein sehr wichtiger Bereich des Change Managements, weil natürlich alle Planer und auch ihre Chefs in die neue Software eingeführt werden müssen. Diese Aufgabe hört sich jetzt vielleicht nach reiner IT-Schulung an, ist es aber nicht. Wir erarbeiten auch das Trainingskonzept und bestimmen, wer wann welche Workshops besucht.

In dieser Aufgabe bin ich natürlich auch viel unterwegs: Seit ich bei Camelot angefangen habe, war ich für LSCV schon in Mexiko, China, Singapur, Frankreich, Großbritannien, Schweden und natürlich Deutschland. Ich komme viel herum und bin sehr oft beim Kunden vor Ort. Da ist ein Zehn-Stunden-Tag keine Ausnahme. Das klingt jetzt nach viel Arbeit ? und das ist es auch!

Aber ganz abgesehen davon, dass mir meine Arbeit unheimlich viel Spaß macht, bietet mir Camelot etwas, was ich so von keiner anderen Unternehmensberatung kenne: Überstundenausgleich. Letzten Monat zum Beispiel habe ich nach einem Einsatz beim Kunden außer der Reihe zwei Tage frei bekommen wegen meiner Überstunden. Ich könnte diese freie Zeit natürlich in der Türkei am Strand oder in Paris beim Shoppen verbringen, aber um ehrlich zu sein, bleibe ich am liebsten zu Hause. Reisen ist schließlich mein Beruf.

Wenn mir früher jemand gesagt hätte, dass ich später einmal Trainings für Planungssoftware konzipieren und durchführen würde, hätte ich ihm nie geglaubt. Ich habe schließlich Change Management studiert und nicht Informationstechnologie oder Logistik! Aber das ist genau das Besondere an Camelot: Meine bisherigen Projekte waren ein super Einstieg ins Change Management und die Entwicklungsmöglichkeiten sind sehr gut. Bei meinem nächsten Projekt, das wir gerade vorbereiten, werde ich bereits den kompletten Bereich Change Communication leiten und dabei eine externe Kommunikationsagentur steuern. In der Zukunft möchte ich mich inhaltlich immer weiterentwickeln. Change Management ist dafür ideal, denn es bietet viele Möglichkeiten.

Camelot wächst so
schnell und erweitert sein Leistungsangebot so stark, dass wir High Potentials aus den unterschiedlichsten Bereichen einstellen, nicht nur Spezialisten für BWL, IT, Logistik, Chemie oder die Pharmaindustrie. Trotz der immer größeren inhaltlichen Bandbreite kennen sich die Mitarbeiter untereinander alle noch und die Arbeitsatmosphäre ist locker.

Ich möchte auf jeden Fall im  Bereich Change Management bleiben: Das Spannende dabei ist  das Zusammenspiel der beiden wichtigsten Ressourcen in einem Unternehmen: Hier trifft wirklich Mensch auf Maschine.



Maren Müller, Camelot Management Consultants

Maren Müller, 30 Jahre alt, hat während Ihres BWL-Studiums mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung erkannt, dass ihr der Bereich Change Management besonders liegt. Derzeit ist sie als Unternehmensberaterin bei Camelot Management Consultants (zum Unternehmensprofil) im Change Management tätig.


Dieser Artikel ist zuerst erschienen in junior//consultant, Ausgabe 3/2011.

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