Zwischen Schweinskopf und Sushi

Ja braucht’s denn das? Jetzt hat der Eberhofer Franz – seines Zeichens einziger Polizist von Niederkaltenkirchen – schon wieder keine Ruhe. Rita Falk schickt den armen Kerl in seinem dritten Fall wieder einmal auf eine gefährliche Reise. Da kann er zeigen, was er kann der Franz und darf einmal mehr über sich hinauswachsen.

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Der örtliche Sheriff wär er wohl gerne – leider hat es für den Franz nur zum Dorfpolizisten gereicht. © Gregor Inkret/istockphoto.com

Neugier, Panik und die liebe Verwandtschaft

„Wenn die Neugier größer wird wie die Panik, sich zum Deppen zu machen, muss man handeln.“ Unter diesem Motto wird der Franz schließlich doch wieder einmal zum Helden der Stunde, setzt todesmutig Leben und Liebesglück aufs Spiel und gewinnt am Ende mehr als gedacht.

Nach den letzten Erfolgen ist er befördert worden der Franz, er darf jetzt die silbernen Sterne auf den Schultern spazieren tragen – wenn er denn gerade in Uniform unterwegs ist. Doch der Sheriff mit dem silbernen Stern ist halt in Bayern auch nur Kommissar – von der Lizenz zum gnadenlos durch die Gegend ballern kann Franz Eberhofer daher weiter nur träumen. Nicht dass ihn das aufhalten würde. Manchmal ist die Beatles-Beschallung vom Herrn Papa aber auch einfach zu laut …

Bisher waren der Richter Moratschek und Franz nicht eben gute Freunde. Zu oft kam Letzterer mit den unglaublichsten Geschichten bei Ersterem an. Doch als der von Moratschek verurteilte Psychopath Dr. Küstner sich aus dem Gefängnis verdrückt und im Bett des Richters einen blutigen Schweinekopf platziert, der sich alsbald in Luft auflöst kann nur noch einer Helfen: der Eberhofer Franz. Schnurstracks quartiert sich der Jurist am Hof der Eberhofers ein und schließt mit dem Herrn Papa Freundschaft. Erst wenn der Hannibal Lecter von Niederbayern wieder dingfest gemacht wird will er wieder gehen – und zwingt Franz zum Ermitteln.

Es lebe die Anarchie

Mit bissigem Witz und leicht anarchischen Humor lässt die Autorin sie alle wieder Aufstellung nehmen für einen neuen Fall: den schießwütigen Eigenbrötler Franz, seinen pedantischen Bruder Leopold samt Frau aus Fernost und Töchterlein Uschi (Von Franz nur liebevoll Sushi genannt, weil Uschi ist und bleibt schließlich der Name von der Mama), den beatlesversessenen Papa, die stocktaube aber herzensgute Oma …

Buchcover

 

Diesmal geht es heiß her in Niederkaltenkirchen. Mit Dr. Küstner hat Falk erstmals einen richtig fiesen Kontrahenten geschaffen. Mit Anleihen beim Paten und, wie erwähnt, Hannibal Lecter macht er es Franz wahrlich nicht einfach. Wie die Vorgängerbände ist auch der neueste Fall literarisch kein großer Wurf – aber ein netter Zeitvertreib mit skurrilen Charakteren, die die Stereotypen der meisten Krimis locker in die Tasche stecken.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Rita Falk. Schweinskopf al dente
14,90 Euro. d
tv


Stand:November 2011
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