Zwischen Paranormalität und Mord

An der Grenze von England zu Wales wird ein reicher Landwirt brutal ermordet und dabei ziemlich böse zugerichtet. Die aufstrebende rechte Bewegung würde gern die Schuld bei den osteuropäischen Saisonarbeitern suchen. Aber kurz darauf werden auch zwei junge Rumäninnen ebenfalls ermordet. Zufall?

Mit der Gemütlichkeit ist bald Schluss im beschaulichen Ledwardine. Der reiche Ward Savitch kauft gezielt Grundstücke auf, um auf diesen Ferienhäuser für reiche Londoner zu bauen. Erst als auch dem einzigen Pub „The Swan“ das Aus droht kommt (Gegen) Bewegung ins Geschehen. Den Londonern, allesamt Jäger, die das Wild dezimieren, wird der Kampf angesagt. Schließlich wird ja auch über verbotene Hahnenkämpfe gemunkelt. Dann wird auch noch der reiche Bauer Bull auf seinem Hof brutal ermordet. Ein Mord, wie es scheint, ohne jegliches Motiv. 

Die Anderen!

Grund genug für die Bewegung „Das Land wehrt sich“ der Polizei Untätigkeit und Ignoranz gegenüber der Landbevölkerung zu unterstellen. Am Liebsten würden sie die Tat den in der Gegend angeheuerten osteuropäischen Saisonarbeitern anlasten. Denn untereinander kennt man sich, ist miteinander bekannt/verwandt – und so was machen doch nur die Anderen. Stellt sich dann nur die Frage – wer hat die beiden jungen Frauen ermordet, die kurz darauf gefunden wurden?

Paranormalität auf Abwegen

Die rumänischen Schwestern wurden wenig später nach dem Mord an Bauer Bull tot auf einen Parkplatz in der Stadt aufgefunden. Die Detektive Bliss und Howe sind die Ermittler die sich die Fragen stellen müssen, ob es bei den Morden einen Zusammenhang gibt. Die Pfarrerin Merrily Watkins wird mit zu Rate gezogen. Die stellt eigentlich gerade Nachforschungen über den Priesterkollegen Syd Spicer an. Der zeigte kurz vor seinem rätselhaften Tod ein ungewöhnliches Interesse an Exorzismen. Die Spuren, denen sie folgt, führen sie sehr weit in die Vergangenheit zurück. Sogar bis in die Zeit, als die Römer und Kelten in dieser Gegend lebten und mordeten. Spicer hatte scheinbar paranormale Erscheinungen, aber schweigt darüber. Sein plötzlicher Tod wirft auch viele Fragen auf und lässt Merrily nicht zur Ruhe kommen. Erst recht, als sie bei ihren Ermittlungen auf den Mithras-Kult stößt, einem Mysterien Kult aus dem 1. Jhr. n. Chr.,  der im Römischen Reich verbreitet war. Kam daher sein plötzliches Interesse am Exorzismus? 

Die Kritik

Ein Mystery-Krimi mit vielen parallel laufenden Schauplätzen und teilweise sehr kurzen Sequenzen. Dadurch wird leider schon manchmal die Spannung rausgenommen. Richtig spannend, nach dem Motto „ich leg das Buch erst weg wenn ich am Ende bin“ wird es daher nicht. Trotzdem, das Buch liest sich leicht, wenn man sich erst einmal mit dem Erzähltempo angefreundet hat. 

Es ist übrigens schon das elfte Buch aus der Merrily Watkins Reihe. Ich würde empfehlen, tatsächlich auch mit Band eins zu starten, um sich mit den wiederkehrenden Akteuren bekannt zu machen. Dann kann man eher die Denk- und Handlungsweise nachvollziehen, da es doch hin und wieder Anspielungen auf früheres Geschehen gibt.

Cornelia R. (academicworld.net-userin)

Phil Rickman. Das Geheimnis des Schmerzes.
Rowohlt. 9,99 Euro.

Share.