Zum Einschlafen: Das Dornröschen Projekt

Leider kein Lese-Tipp ist der Roman von Christian von Ditfurth …

Der selbsternannte Auftrag:

Matti, Twiggy und Dornröschen stecken in Schwierigkeiten, als Matti in seiner Eigenschaft als Taxifahrer in einer Fahrgasttasche herumwühlt, die liegen gelassen wurde, und eine CD-Rom stiehlt. Von diesem Zeitpunkt an geschehen Morde, ständig werden sie verfolgt und sogar verwanzt. Da sie der Polizei grundsätzlich nicht vertrauen, spannen sie ihre Freunde ein, um mit ihnen gemeinsam das Rätsel um die Daten auf der CD-Rom zu knacken und die Täter zu stellen?

Das Dornröschenprojekt:

Es artet total aus. Ständig hackt Ditfurth auf allerlei Lebenstypen herum. Die Ökos, die Latte Macchiato mit Sojamilch trinken, die Geschäftsmänner, die alle mit ihrer Sekretärin schlafen und die Sekretärinnen selber bestellen aber gerne einen Blumenstrauß für die hintergangene Ehefrau. Es ist nicht mehr zum Aushalten: Ditfurth reist durch Systeme, die Stasi und die Nazis marschieren immer ganz vorn. Von Stil hält er nicht viel. Die Protagonisten “prusten los” und “glotzen” Fernsehen. Twiggy ist natürlich fett, Dornröschen gähnt andauernd (anfangs ganz amüsant, dann fällt der Leser aber selber in den Dornröschenschlaf, weil auch die Story nicht begeistert) und Matti schläft mit seiner Ex Roswitha, die er nach einem Rocksong Lily nennt. Nein, wie alternativ, wie indipendent.

Die Leiden des Buches:

Das Buch zieht sich, es passieren merkwürdige Dinge. Zum Beispiel werden die drei immer mal wieder von der Polizei nachts durchsucht, weil sie mal Kontakt zu irgendwelchen Verbrechern hatten, die sie aber ewig nicht mehr gesehen haben. Angeblich dienen diese “Überfälle” nur dazu, das Ego des Kommissars zu pushen. Und schon wieder ist Ditfurth schön anti, richtig gerade heraus spielt er mit dem Klischee.

Als Leser war ich irgendwann so genervt, dass das Buch nun keine Auflösung mehr verdient. Mich interessiert nicht, wie Gaby, Twiggy, Matti und Dornröschen und die anderen beknackten Freunde diese Chose lösen. Dieses Wissen kann Ditfurth für sich behalten.

Fazit: Kein Lesetipp!

(Natascha Uka; academicworld-userin)

Christian von Ditfurth. Das Dornröschen Projekt.
14,99 Euro. carl’s books Verlag

Stand November 2011
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