Wissenschafts-Wahnsinn

Deutschland als gelobtes Land der freien Forschung? Schon hier ist den Machern des Films „Errors of the Human Body“ offensichtlich ganz ordentlich die Phantasie durchgegangen. Schade dass sich die frischen Ideen sonst eher in Grenzen halten. Seit 24. September im Handel auf DVD und Blu-ray.

Wissenschafts-Wahnsinn
Kleine Maus, große Gefahr. © Pandastorm Pictures

Die Zukunft der Menschheit unter dem Mikroskop

So ein wenig göttlich fühlen sie sich schon, die Wissenschaftler in Eron Sheeans Film. Das wird vor allem immer dann klar, wenn sie wieder einmal den Blick unters Mikroskop wagen. Das bewahrt sie allerdings kaum davor, ansonsten relativ verloren durchs Leben zu wanken. Vor allem Geoff Burton (Michael Eklund), der amerikanische Starforscher im deutschen Exil, läuft endlose menschenleere Straßen und Gänge entlang, wenn er nicht gerade am Telefon mit seiner Ex-Frau verzweifelt oder einem zwielichtigen Kollegen hinterher spioniert (Tómas Lemarquis – der ist kahlköpfig und ohne Augenbrauen. Wie könnte er nichts im Schilde führen?) Überhaupt scheint er schon seit dem Tod seines neugeborenen Sohnes nicht mehr so wirklich sozialverträglich zu sein. 

Wissenschafts-Wahnsinn
Gemeinsam forschend kam man sich schon früher näher … © Pandastorm Pictures

Besessen von der Forschung an diesem tödlichen Gendefekt hat er offenbar seine Ehe und seine sichere Stelle in Amerika ruiniert. Da kam der Ruf nach Dresden gerade recht. Hier trifft er prompt auf eine ehemalige Assistentin und Geliebte. Rebekka (Karoline Herfurth) hat sich mittlerweile selbst einen Namen in der Szene gemacht, steckt mit ihrer Arbeit an einem Regenartions-Gen allerdings seit längerem in einer Sackgasse. Der merkwürdige Jarek, das fällt Burton schnell auf, hat ihre Ergebnisse geklaut und treibt die Forschung an Labormäusen selbst voran. Als Burton sich das ganze Ausmaß näher ansehen will, kommt es zu einem kleinen aber verhängnisvollen Zwischenfall. Wie sonst in der Regel Spiderman wird Burton von einem der kleinen Versuchstiere gebissen. Superkräfte erhält er davon aber beileibe nicht …

Düster und schleppend

Alles in allem braucht der Film, trotz guter Darsteller und einem hoffnungsvollen Ansatz einfach viel zu lange, bis er zum Punkt kommt. Irgendwie weiß der Film einfach nicht so richtig was er sein will und versucht lieber Science-Fiction, Liebesgeschichte, Schulddrama, Horror und Thriller gleichermaßen zu sein. Dabei verzettelt man sich allerdings ganz gehörig und ist am Ende irgendwie nichts davon. Weniger wäre in diesem Fall vermutlich mehr gewesen. Bleibt trotzdem zu hoffen, dass sich der deutsche Film auch weiterhin zumindest in Co-Produktionen weiterhin an verschiedenen Genres versucht. 

Wissenschafts-Wahnsinn

Gisela Stummer (academicworld.net)

Errors of the Human Body

Regie: Eron Sheean
Darsteller: Michael Eklund, Karoline Herfurth, Tómas Lemarquis, Rik Mayall

Ein Pandastorm Pictures Film im Vertrieb von Ascot Elite

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