Windenergie – Einsparungen durch neue Technologie

Angesichts des steigenden öffentlichen Interesses an der Entwicklung Erneuerbarer Energien, geraten Politik und Industrie vermehrt in Bedrängnis. Neue Lösungen sind gefordert und der Abschied von der Atomenergie scheint unausweichlich. Doch nicht jede Alternative ist bislang wirtschaftlich sinnvoll.

Die Kosten für Windkraftanlagen müssen in den nächsten Jahren seitens der Hersteller markant gesenkt werden, um dessen Zukunft zu sichern. Die Branche hat bereits Versprechungen gemacht, wonach drastische Einsparungen in Arbeit sind. Vom Maschinengehäuse über die Türme bis hin zum Fundament müssen sämtliche Komponenten der Windräder günstiger werden. General Electric, ein US-Konzern, scheint der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Mit einer neuen Technologie, die es erlaubt Elemente einzeln zu transportieren, soll insbesondere eine Reduzierung der Logistikkosten erzielbar sein. Die folgenden Zeilen verraten mehr zur bevorstehenden Revolution des Windturms.

Windpark. Bild: www.pixabay.com. Steppinstars/patmueller

Hersteller von Windkraftanlagen sind angehalten alle Komponenten zu modifizieren, um Einsparungen zu realisieren. Die neue Technologie von General Electric soll im Vergleich zu den hybridbetriebenen Türmen aus Beton erheblich günstiger sein. Integrierte Stahlelemente in den Windkraftanlagen ermöglichen einen einfacheren Transport, was sich markant auf die Logistikkosten auswirkt. Auf dem Verbraucherportal Toptarif.de heißt es in einer News zum Thema: „Die fertigen Elemente werden mithilfe eines Krans gestapelt. Zuletzt wird der Turm mit einer PVC-Hülle verkleidet, um ihn vor Witterungsbedingungen zu schützen.“ Laut General Electric Deutschland-Chef der Windsparte Andreas von Bobart liegt die Kostenersparnis im zweistelligen Prozentbereich. Die Entscheidung eine neue Turmtechnologie zu entwickeln, hat neben der geforderten Ersparnis auch andere Gründe. Da es nur wenige Anbieter für Betontürme gibt, sind derartige Elemente derzeit Mangelware, sodass eine Alternative künftig unverzichtbar wird.

Mit einer Höhe von 85 Metern ist momentan lediglich ein Testturm in den USA mit der neuen Technologie ausgestattet. Bereits Ende 2015 sollen die neuen Türme in die Produktion gehen. Zuvor ist die Aufstellung eines 139 Meter hohen Turms in Deutschland geplant.

Testturm in den USA. Bild: www.pixabay.com. Steppinstars/patmueller

Sondertransporte entfallen 

Besonders attraktiv ist die neue Technologie, weil die einzelnen Metallelemente auf herkömmlichen Lkws transportiert werden können. Sondertransporte, die hohe Kosten verursachen und Sondergenehmigungen erfordern, werden um die Hälfte reduziert und sollen laut Bobart nur für unhandliche Bauteile wie die langen Rotorblätter oder das Maschinengehäuse vorerst unvermeidbar bleiben. Doch auch in diesem Segment sind neue Technologien in Arbeit. Enercon, der größte Hersteller von Windkraftanlagen in Deutschland, hat bereits Rotorblätter entwickelt, die zweiteilig aufgebaut sind und den Transport erleichtern.

Hintergrund

Mehrere hundert Tonnen kann ein Turm bei Windenergieanlagen auf die Waage bringen. Ein großer Kostenfaktor entsteht bei der Montage und dem Transport. Da die Türme einen wesentlichen Aspekt für den erwünschten Ertrag darstellen, werden in die Entwicklung seit langem hohe Summen investiert. Die Platzierung der Nabe entscheidet darüber, wie stark die Flügel später rotieren können. Dabei gilt: Umso höher, desto besser. Schließlich weht der Wind in der Höhe umso stärker und die Flügel können kräftiger rotieren. Insbesondere in waldreichen Regionen ist der Abstand zwischen Turbinenschaufeln und Baumwipfeln entscheidend. Mit der Höhe der Türme geht allerdings auch eine komplexere Konstruktion einher. Denn die Höhe erfordert beispielsweise breitere Fundamente. Teure Sondertransporte aufgrund überdimensionaler Bauteile sind momentan noch unausweichlich. Die immensen Logistikausgaben, die im Zusammenhang mit dem Aufbau von Windkraftanlagen anfallen, werden die Entwicklungsabteilungen der führenden Konzerne daher auch in Zukunft beschäftigen.

Wie umfangreich bereits die Funktion und Entwicklung einer Wind-Turbine ist, verdeutlicht das folgende Video von General Electric.

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