Willkommen im (Kalten) Krieg

Im Dutzend billiger waren wohl die Stars für die John le Carré Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ – jedenfalls fährt Regisseur Tomas Alfredson ordentlich Starpower auf. Zumindest männliche, wie es sich für einen Agentenfilm aus den Jahren des Kalten Krieges gehört. Seit 9. August auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Willkommen im (Kalten) Krieg
Spione unter sich, aber nicht alle sind auf der selben Seite … © Alle Bilder: Studiocanal

Trau niemandem außer dir selbst

Control hat die Kontrolle längst verloren. Da kann nur noch Smiley, der Spion der niemals lächelt, helfen. Einer  von fünf Agenten im inneren Zirkel der Macht des britischen Geheimdienstes ist ein Maulwurf der Russen – da ist sich Contol (John Hurt) sicher. Als Schachfiguren baut er die Kandidaten vor sich auf: Dame, König, As … Doch wer ist der Spion (der Gegenseite)? 

Willkommen im (Kalten) Krieg
Guillam (links) und Smiley im Einsatz.

Nach einem unglücklichen Zwischenfall in Budapest werden Control und Smiley (Gary Oldman) zwangspensioniert. Control stirbt kurz darauf. Und Smiley soll im Auftrag der Regierung nun doch dessen Verdacht nachspüren. Dabei kann er sich nur auf sich selbst und den jungen Agenten Peter Guillam (Benedict Cumberbatch – Sherlock Holmes aus der erfolgreichen BBC Serie) verlassen. Sie folgen vielen Spuren, doch nur wenige scheinen erfolgversprechend. Erst als Ricki Tarr (Batman-Bösewicht Tom Hardy) von einem Einsatz in Istanbul mit einem wichtigen Hinweis zurückkommt, wird Smiley klar, dass der beste Stratege des KGB, sein Intimfeind Karla, hinter dem Maulwurf steckt. Immer wieder dazwischen geschnitten werden die Szenen aus einer Sylvesterfeier aus der vermeintlich guten Zeit, in der nach und nach aber die Gräbenkämpfe der „Gegenwart“ ebenfalls aufgezeigt werden.

Die Männer hinter der Maske

Eines wird schnell klar in diesem Film: Die Spionagetätigkeit hat Spuren hinterlassen. Bei allen Agenten. Eigentlich sind sie alle einsame, gebrochene Männer, die nichts und niemandem wirklich trauen und immer überall Verrat wittern. Leider ja zu Recht. Wirklich idealistisch und voller Tatendrang erscheint lediglich die jüngere Generation um Buillam und Tarr. Wobei ja auch letzterer schon wieder nach dem Ausstieg sucht. Da kalten, farbentsättigten Bilder spiegeln diese emotionslosen Gestalten perfekt wieder.

Willkommen im (Kalten) Krieg

Die Spannung entsteht durch den Kontrast aus ruhiger, fast betulicher Inszenierung und tödlichen Intrigen und Täuschungsmanövern. Vor allem Oldman als undurchdringlicher Smiley, der langsam aber unaufhaltsam seinen Pfaden folgt beeindruckt. Dabei sind die vielen hochkarätigen Darsteller nicht nur auf dem Papier beeindruckend, fast alle schaffen es ihren, teils nicht sehr großen Rollen, Kontur zu geben und nachhaltige Momente zu schaffen. 

Gisela Stummer (academicworld.net)

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy)

Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Gary Oldman, Mark Strong, John Hurt, Toby Jones, Ciarán Hinds, Colin Firth, Benedict Cumberbatch, Tom Hardy

Im Verleih von Studiocanal
 

Share.